Nazis, ja! – Nafris, nein!

Symbolfoto: Fotolia/ Osterland

Von Klaus Barnstedt

Die angespannte innenpolitische Lage produziert immer neue Sumpfblüten.

In schöner Regelmäßigkeit melden sich bei sicherheitsrelevanten Ereignissen hochmoralisierende Parteipolitiker mit absurden Belehrungen und Forderungen zu Wort.

Der mit einem Piratengen ausgestattete Parteiwechsler Christoph Lauer beispielsweise hat sich von seinem gesunkenen Seeräuberkahn auf den leckgeschlagenen SPD-Dahindampfer gerettet.

Unter seiner neuen Parteiflagge reiht er sich karriereambitioniert in die Riege der zwangsneurotisch politisch umherirrenden Grünen und Linken ein. Sie alle verbindet das gesellschaftlich hochwichtige Anliegen, bei dringend notwendigen staatlichen Reaktionen im Sicherheitsbereich ein Haar in der Suppe zu suchen.

Diesmal ziehen sich die Gesinnungsaufseher an dem angeblich rassistischen Gebrauch des Kürzels Nafris hoch.

Das Ganze hat natürlich Methode. Verbiegen und verharmlosen katastrophaler Zustände, an denen man tatkräftig beteiligt war und ist, ablenken von mitinszeniertem Gefahrenpotenzial.

Schlimm, schlimmer, am schlimmsten

Das Phänomen ist schon seit längerem bekannt. Wenn aus dem Umfeld von Flüchtlingen/Migranten/Geflüchteten/Schutzsuchenden/Asylanten heraus Verbrechen begangen werden oder zu befürchten sind, entdecken Politmoralisten reflexartig etwas noch viel Schlimmeres. Sie sind empört darüber, auf welche Weise mit Tätern beziehungsweise Gefährdern umgegangen wird.

Da gibt es anklagende Nachfragen, warum Amok laufende Attentäter unnötigerweise erschossen werden, wie es möglich ist, dass sich hochgradig Terrorverdächtige in ihren Gefängniszellen erhängen. Gleichzeitig wird imaginären „Rechten“ mit der Präzision eines Sprechautomaten unterstellt, sie instrumentalisierten terroristische Attentate für ihre wasserleidenden Mühlen.

Krampfhaft wird also nach Begleitumständen und Nebeneffekten gesucht, auf die sich das Augenmerk vorzugsweise richten soll.

Zusammenhänge werden konstruiert, die allesamt viel schlimmer sein sollen als zugrunde liegende Terrorakte und –absichten. Ganz zu schweigen auch davon, dass dabei immer wieder das Schicksal der direkt und indirekt betroffenen Leidtragenden ausgeblendet wird, ebenso wie die Sorgen und Befürchtungen der beunruhigten bis aufgebrachten Bevölkerung missachtet werden.

Angebliche Formfehler bedrohlicher als reale Gefahr

 Die ins Auge springende Notwendigkeit der erfolgten und erfolgreichen Sicherheitsmaßnahmen auf der Kölner Domplatte kommen den verantwortungslosen Ablenkungsexperten und Schönrednern höchst ungelegen.

Eine in Massen auftretende Risikogruppe mit „Grundaggressivität“ (Kölns Polizeipräsident Mathies) wurde beobachtet, kontrolliert und in Schach gehalten. Es besteht kein Zweifel daran, dass damit Gewalttätigkeiten und Straftaten im Ausmaß des letzten Jahres verhindert wurden.

Der übergutmenschlich festgestellte Skandal dabei: Das in Sicherheitskreisen kursierende Codewort Nafris für erwartungsfroh angereiste, gewaltbereite fremdländische Partygänger wurde nicht nur intern, sondern sogar öffentlich verwendet!

Vorwurfsvoll heißt es, es handele sich um ein „in hohem Maße entmenschlichend“ verwendetes Kürzel (oben erwähnter SPD-Pirat Christoph Lauer).

Auffallend ist, wie gesagt, dass in bestimmten Kreisen das Positive der ganzen Silvestersicherheitsaktion unterschlagen wird und nur eine realitätsfremde Mäkelei zum Zuge kommt.

Selbstgefälligkeit und Ignoranz  

Die im Empörungsritual hochgepushten Anwürfe stehen in einem krassen Missverhältnis zu den ergriffenen Schutzmaßnahmen, die viele Feiernde vor Übergriffen und Verbrechen bewahrt haben.

Fehlt nur noch der Vorwurf, das Innenministerium hätte mit seinen angeordneten Sicherheitsbemühungen den korrekt zu bezeichnenden „geflüchteten und Zuflucht suchenden Menschen aus Nordafrika“ den Silvesterspaß verdorben!

Man dürfe sich nicht wundern, wenn willkommen geheißene und jetzt dermaßen frustrierte Menschen sich das nicht gefallen ließen.

Schön wäre es allerdings, wenn die so Enttäuschten, die mehrheitlich keinen Asylanspruch haben dürften, gleich ohne viel Aufhebens freiwillig in ihre Herkunftsländer zurückreisen würden.

Gibt es von den Moralempörten auch Fragestellungen darüber, wie sich die vielen Einsatzkräfte fühlen, wenn sie zu Silvester – sicher nicht ganz ungefährlichen – Dienst schieben müssen und nicht mit Verwandten und Freunden feiern können?

Hat sich jemand von den profilierungssüchtigen Parteistrategen gefragt, ob solche Schutzmaßnahmen als Dauerzustand durchzuhalten sind und in alle Zukunft akzeptiert werden müssen?

Bitte „Nazis“ verwenden, aber nicht „Nafris“!

 Die Grünenpolitikern Simone Peter moniert „herabwürdigende Gruppenbezeichnungen“, sofern der Begriff Nafris verwendet wird.

Bei der Verwendung von Ausdrücken wie „die Rechten“, „Rechtspopulisten“, „Pack“ und „Dunkeldeutsche“ braucht man dagegen nicht so zimperlich zu sein. Über friedlich sich verhaltende Pegidademonstranten darf man als „Nazis in Nadelstreifen“ (NRW-Innenminister Jäger, SPD) undifferenziert hinüberbügeln. Da ist eine „pauschale Verurteilung einer ganzen Bevölkerungsgruppe“ (nochmals der oben erwähnte SPD-Freibeuter) zutreffend und nicht im Geringsten anstößig oder ehrverletzend.

So ein Pech auch, dass vier Buchstaben des beanstandeten Kürzels an der gleichen Stelle mit einem beliebten zweisilbigen Schmähbegriff exakt übereinstimmen. Ist es bei Nafris die Klangähnlichkeit mit dieser bösartigen Gewohnheitsbeleidigung, die bei den erwähnten politisch Selbstgerechten unbewusst Irritationen auslöst?

Erfrischend und beruhigend zugleich, zu sehen, wie unbekümmert selbstverständlich ein gewisser Don Alphonso am Neujahrstag mit dem Nafri in der FAZ umgeht.

Symbolfoto: Fotolia/ Osterland

http://blogs.faz.net/deus/2017/01/01/sehr-populistische-fragen-an-den-nafri-politik-und-polizei-nach-koeln-3996/

 

 

 

 

 

 

 

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