Geschockt

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In der Kreiszeitung-Wochenblatt (Niedersachsen) zeigte man sich geschockt über einen so genannten Flüchtling, der, wie sich herausstellen sollte, ein Doppelleben führte und mit dem IS verbunden gewesen sein soll. Nun hat man nicht etwa Angst vor Anschlägen, sondern eher davor, dass alle Flüchtlinge über einen Kamm geschoren werden.

JouWatch-Autor Ulrich Abramowski hat eine andere Sicht der Dinge:

Stellen Sie sich eine kleine niedersächsische Gemeinde vor, abseits der großen Verkehrswege vor den Toren Hamburgs gelegen. Ein Ort der Beschaulichkeit, bestehend aus einem alten Bauernhof, einem Kaufmannsladen, einer ehemaligen Dorfkneipe und vielen, schmucken Einfamilienhäusern, in denen brave Bürger ihr kleines Stück vom Glück leben. Nichts Mondänes, nichts Aufregendes, eher langweilig, fast spießig.

Mit der Ruhe war es dann im letzten Jahr vorbei, als die „Flüchtlings“-Welle auch in diesen Ort schwappte und das ehemalige Dorfgasthaus zu einem Flüchtlingswohnheim umfunktioniert wurde. Als die ersten neuen Bewohner „angeliefert“ wurden, waren die üblichen Begrüßungskomitees schnell zur Stelle, ob allerdings auch Teddies geworfen wurden, ist nicht bekannt. Wie anderswo auch, zogen ausschließlich junge Männer in dieses neue Heim ein, doch schon recht schnell stellte sich heraus, dass sie etwas anderes erwartet hatten, vielleicht etwas komfortabler, zumindest aber nicht so abgeschieden, denn in diesem Ort gibt es nichts, was irgendeiner Zerstreuung dienen konnte.

Es dauerte nicht sehr lange, da musste die ortsansässige Freiwillige Feuerwehr ausrücken, denn einer der unzufriedenen Bewohner hatte seinem Frust über diese Unterbringung durch ein nettes Feuerchen Ausdruck gegeben, das die Unterkunft für einige Wochen unbewohnbar gemacht hat. Die Gemeindeoberen ließen sich dadurch von ihrer Absicht nicht abbringen, Gutes tun zu wollen, und so wurde die Unterkunft erneut hergerichtet und auch wieder bezogen. Nur gut, dass seinerzeit der benachbarte Kindergarten des Ortes nicht ebenfalls angebrannt wurde.

Lange Zeit herrschte nun Ruhe, kein weiteres heimeliges Feuerchen erhitzte das Haus und später die Gemüter.

Bis vor wenigen Tagen!

Ein Großaufgebot an Polizeispezialkräften stürmten erst den Ort und dann die Unterkunft und holten einen der Bewohner heraus. Wie sich nur kurze Zeit später dann herausstellte, handelte es sich bei dem „Abgeholten“ um einen mutmaßlich am Pariser Massaker vom November letzten Jahr beteiligten Terroristen. Wir erinnern uns, dass bei diesem Massaker 130 Menschen ihr Leben verloren haben.

Und nun sind unsere guten Menschen in der Gemeinde zutiefst geschockt, dass die Terroristen mitten unter ihnen sind, überall, kein Ort und sei er noch so idyllisch, ist verschont!

Der Bürgermeister der Samtgemeinde, zu dem dieser kleine Ort gehört, hat sich natürlich, politisch vollkommen korrekt, gleich warnend an die Bevölkerung gewandt, ja die Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht zu stellen, als ob solche Warnungen die Sicherheitslage verbessern würden!

Wann endlich lernen unsere Politiker und vor allen Dingen Journalisten, dass ein Generalverdacht gerade bei den „unbegleiteten Jugendlichen“ im Erwachsenenalter angebracht ist, um über erhöhte Wachsamkeit Terroranschläge wirksam zu verhindern?

Wahrscheinlich nie, denn ihre Hirne sind vor lauter eitler Gutmenschlichkeit zu vernebelt!

Foto: Collage

http://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/tostedt/blaulicht/fuer-uns-ist-das-ein-riesen-schock-d87051.html

 

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