Auch in Dänemark bald keine Meinungsfreiheit mehr?

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Klappe halten und Mainstream-Medien konsumieren (Foto: fotolia/ Nomad_Soul)

Von Sarah Lund

Viele Leser von JouWatch werden den dänischen Internetblog Den Korte Avis aus den zahlreichen Übersetzungen kennen, die die Autorin veröffentlicht hat. Die Herausgeber dieser ‚kurzen Zeitung‘, Ralf Pittelkow und Karen Jespersen sind Mitglieder bzw Abgeordnete der Dansk Folkeparti, einer einwanderungskritischen Partei, die bei den letzten Wahlen überraschend zur zweitstärksten Partei gewählt wurden, hinter den Sozialdemokraten, aber noch vor der jetzt regierenden liberal-konservativen Venstre Partei. Den Korte Avis ist absolut meinungsführend bei den konservativen Blogs in Dänemark und hat es geschafft, einige Themen kritisch in den Mainstream zu bringen.

Den Korte Avis vertritt also eine konservative Meinung, gegen die linken Mainstream-Medien der staatlichen Fernsehsender, gegen die Printmedien. Und das ist den arrivierten Medien natürlich ein Dorn im Auge. Mehr oder weniger offen werden Angriffe gegen den erfolgreichen Blog gefahren, insbesondere von den linken Medien und den politisch korrekten Kreisen in Dänemark.

Höhepunkt der Kampagne gegen Pittelkow und Jespersen war eine Treibjagd auf Facebook um den beiden Journalisten die finanzielle Grundlage zu entziehen. Wir erkennen an dieser Stelle die Parallelen zur Kampagne gegen die Achse des Guten und andere konservative Blogs in Deutschland ausgelöst durch den hinterfotzigen Strategiedirektor einer bekannten Werbeagentur.

Es begann mit der „harmlosen“ Anfrage eines Bürgers [man hat übrigens herausgefunden dass es ein freier Mitarbeiter des dänischen Fernsehsenders DR1 war] via Facebook auf der Seite der Nordea Bank (eine schwedische Bank), ob es wahr sei, dass sie durch Anzeigen den Blog Den Korte Avis unterstütze? Nordea antwortete, dass sie dies sofort stoppen würden. Ein paar Tage später gab es dazu verschiedene Onlineartikel in den sozialen Medien, die dermaßen orchestriert waren, dass man nicht mehr an Zufall oder Spontaneität glauben mochte. Es wurden mehrere große Firmen angesprochen, ihre Anzeigen auf DKA zurückzuziehen.

Mehrere Großunternehmen haben ihr Wohlwollen dieser Kampagne gegen DKA geäußert und angekündigt ihre Werbeverträge zu kündigen, darunter die Firmen Just Eat, Telia, Yousee, IKEA, Ärzte ohne Grenzen, General. Brand, McDonald’s, Spies, Sofa Company, Sportsmaster, Elgiganten, Momondo and TUI.

Es geht dabei nicht um große Summen, es handelt sich viel mehr um ein politisches Zeichen, um eine politische Agenda, der sich die Firmen unterworfen haben. Gleichzeitig kamen Radiosendungen im staatlichen dänischen Radio zum Thema, in dem man dazu aufrief den Blog zu boykottieren.

Natürlich steht es jedem Unternehmen frei zu entscheiden, wo man annoncieren möchte, aber der Grund, der hier genannt wurde, ist eine Bedrohung der Meinungsfreiheit, etwas, das es in Dänemark seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr gegeben hat. Der Marketing Manager von Nordea sagte offen heraus, dass man nicht mehr auf DKA werben möchte wegen deren Meinung über Einwanderung und Islam.

Ausgehend von den Wahlergebnissen und Umfragen werden die Ansichten der DKA von etwa 25-50 Prozent der Dänen unterstützt – bei manchen Themen sind es noch mehr. Diejenigen, die die Angriffe gegen die Korte Avis maßgeblich betreiben, sind eine klare Minderheit, die aber tonangebend ist in den Mainstream Medien.

Jetzt sind einige Firmen dazu übergegangen, ihre Werbebotschaften mit politischen Aussagen zu verknüpfen und solche Meinungen zu verunglimpfen, von denen sie annehmen, dass die öffentliche Meinung auf ihrer Seite ist. Dadurch mischt man sich in die dänische Politik ein und nimmt  Einfluss auf politische Entscheidungen. Deshalb sollte jeder, der die freie Meinungsäußerung und eine freie Presse unterstützt seine Meinung an diese Unternehmen schreiben.

Hier läuft etwas gewaltig schief. In Deutschland hatten wir Broder und Steinhöfel, die den allzu umtriebigen Werbestrategen und seine Firma, die dies offenbar geduldet, wenn nicht sogar unterstützt hat, ausgebremst haben. Hoffen wir, dass auch in Dänemark eine ähnliche Gegenkampagne Erfolg haben wird.

Foto: Fotolia/ Nomad_Soul

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