WELT & GEDANKENWELT: MERKEL STUDIERT TRUMP

Von Max Erdinger

An Heilig Abend erschien im SPIEGEL die Meldung, die Kanzlerin habe sich eine gute Stunde lang sehr aufmerksam ein Video von der Dankeschön-Tour Donald Trumps in Pennsylvania angesehen. Das kann ich nicht unkommentiert lassen und möchte die Gelegenheit nutzen, Angela ein bißchen auf die Sprünge zu helfen. Ich sage deswegen „Angela“, weil ich die Kanzlerin seit der Bundestagswahl 2013 duzen darf. Damals gab es bei Facebook eine Wahlwerbekampagne mit dem einprägsamen Slogan „Sag´ JA zu Angela!“. Mir ist nicht bekannt, daß es gegen diese Kampagne Einwendungen seitens der Kanzlerin gegeben hätte. Deswegen gehe ich davon aus, daß sie sich gerne beim Vornamen nennen läßt. Darüber hinaus duzt mich Bayern 3, ein öffentlich-rechtlicher Sender, permanent. Weil es auch nicht sein kann, daß ich mich als Teil des Souveräns duzen lasse, meine zweithöchste Stellvertreterin aber mit Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel anreden soll, lasse ich mich nolens volens auf das verordnete Geduze ein. Angela ist ja auch ein Sorgenkind. Man sagt nie „Sie Sorgenkind!“, sondern immer „Du Sorgenkind!“. Als solches ist Angela nun selbst besorgt.

http://www.spiegel.de/spiegel/donald-trump-und-die-aussenpolitik-angela-merkel-rechnet-mit-dem-schlimmsten-a-1127238.html

Zitat: >Das Video dauert eine gute Stunde, und es hat Angela Merkel nicht gerade heiter gestimmt. Sie habe sich den kompletten Auftritt Donald Trumps bei seiner Dankeschön-Tour in Pennsylvania angeschaut, berichtete die Kanzlerin am vergangenen Montag im CDU-Präsidium. Sie könne den Mitschnitt nur weiterempfehlen, sagte sie ihren Parteifreunden. „Es ist interessant zu sehen, in welcher Gedankenwelt er lebt.“ < – Zitatende.

Irrtum, Angela. Es ist nicht Donald Trump, der in einer Gedankenwelt lebt, sondern das bist Du selbst. Herr Präsident Trump lebt in der Welt. Er hat seinen ganzen Reichtum selbst erwirtschaftet. In einer Gedankenwelt geht so etwas nicht. Das funktioniert nur in der Welt. Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Herrn Trump und Dir. Herr Trump sieht die Welt, wie sie ist und macht sich seine Gedanken darauf hinaus. Diese Vorgehensweise hat sich sehr ausgezahlt für ihn. Du hingegen lebst in einer Gedankenwelt und versuchst seit Jahren erfolglos, die Welt Deinen Gedanken anzupassen. Das kann nicht funktionieren, auch wenn Dir von Kindesbeinen an etwas anderes eingeredet worden ist. Mit protestanto-marxistischen Visionen hätte es Trump zu nichts gebracht. Er hat aber über 7 Milliarden Dollar Privatvermögen angehäuft und verzichtet auf sein Präsidentengehalt. Allerdings muß ich konzedieren, daß überschlagsmäßig 3,3 Millionen Euro Gehalt aus Steuergeldern, verteilt über einen Zeitraum von elf Jahren, nicht schlecht sind für jemanden, der in einer Gedankenwelt lebt. Daß der Steuerzahler das Geld für Dein Gehalt auch hätte zum Fenster hinauswerfen können, sei hier einmal unberücksichtigt.
Zitat: >“In seiner Rede feierte sich Trump für einen Erdrutschsieg, den es nicht gab; er beschimpfte die Presse („die unehrlichsten Leute der Welt“) und hinterließ an keiner Stelle den Eindruck, durch seinen Erfolg zum Staatsmann gereift zu sein. Eine Passage blieb Merkel besonders im Gedächtnis haften, sie zitierte die Sätze wörtlich: „Es gibt keine Welthymne, keine Weltwährung und keine Weltbürger“, sagte Trump. „Wir verneigen uns vor einer Flagge. Und das ist die amerikanische.“< – Zitatende.

Selbstverständlich ist Herrn Trumps Präsidentschaft einem Erdrutschsieg geschuldet. Was anderes als ein Erdrutschsieg sollte es denn sein, wenn jemand die Präsidentenwahl gewinnt, dem die Mainstream-Medien keine zwei Wochen vor dem Wahltermin bescheinigen, daß er „praktisch Null Chancen“ hat? Von „Null Chance“ auf „Mehrheit“ – das ist ein Erdrutschsieg. Es wäre lediglich dann keiner, wenn Herr Trump mit seiner Behauptung recht hätte, daß die Presse aus den unehrlichsten Leuten der Welt besteht. Das soll ja aber auch wieder nicht wahr sein. Beim SPIEGEL arbeiten selbstverständlich die ehrlichsten Leute der Welt, oder nicht? – Eben. Wenn die Leute beim SPIEGEL also ehrlich sind, dann ist Herrn Trumps Sieg ein Erdrutschsieg. Daß Präsident Trump an keiner Stelle den Eindruck hinterließ, zum Staatsmann „gereift“ zu sein, ist erst richtig klasse, wenn man sich überlegt, wer alles in Deiner und des SPIEGELs Gedankenwelt als Staatsmann durchgeht. Oder als Staatsmännin. Herr Präsident Trump wird mehr Staatsmann sein, als die ganze staatsmannsimitierende Kleptokratenblase in Europa. Die hat den Begriff „Staatsmann“ nämlich gründlich diskreditiert. Herr Präsident Trump ist also lediglich nicht mit einem Schimpfwort zu belegen. Daß es keine Welthymne, keine Weltwährung und keine Weltbürger gibt, stimmt ebenfalls. Das läßt sich leicht belegen. Man muß nur ein kleines Gedankenexperiment starten: Wir ersetzen die Phrase „die Menschen“, welche von europäischen „Staatsmännern“ zum Zweck der Unterscheidungslosigkeit verwendet wird für alles, was auf zwei Beinen geht und steht, durch den Begriff „die Tiere“. Ihr europäischen „Staatsmänner“ wärt die ersten, die uns allen Ernstes weismachen wollen würden, Berberaffen seien „die Tiere im Affengehege“ und ein Krokodil das „Tier im Reptiliengehege“, ganz so, wie die Bayern „die Menschen in Bayern“ und die Afghanen „die Menschen in Afghanistan“ seien. Merke Dir: Der zukünftige Staatsmann wird die Dinge wieder kurz und bündig bei ihren Namen nennen und dadurch exakt treffen. Daß Tiere Tiere sind und Menschen eben Menschen, ist eine Binsenweisheit, die man lediglich dann nicht dauernd betonen müßte, wenn man keine Absicht damit verfolgt. Die verfolgt ihr europäischen Staatsmannsimitatoren aber. Das ist gar keine gute Absicht – und eine ehrliche schon dreimal nicht. Binsenweisheiten dauernd zu betonen, hat höchstens in einer Gedankenwelt Sinn, in der Welt aber nicht.

Zitat: „>Trumps Rede sei „kulturell interessant“, sagte die Kanzlerin, sie vermittle einen Eindruck, in welche Richtung die Politik des künftigen Präsidenten gehen könne. Trump habe angekündigt, die Steuern massiv zu senken, für ihn gebe es nur eine Devise: Amerika zuerst. Merkel sagte das in ruhigem Ton, aber alle spürten, wie besorgt Merkel war. Sie rechnet mit dem Schlimmsten. „< – Zitatende.

Wenn Du, Angela, eine Rede, gehalten von einem Amerikaner in Amerika, „kulturell interessant“ findest, dann bedeutet das, daß Du etwas für Dich Neues gehört haben mußt. Das heißt, Du wärst überrascht worden. Daß sich für Dich erst jetzt abzeichnet, „in welche Richtung die Politik des künftigen Präsidenten gehen könne“, bedeutet für den Fall, daß Du mit Deiner Behauptung nicht schon wieder gelogen hättest: Du wußtest während des ganzen Wahlkampfes in Amerika nicht, warum Du gegen Herrn Trump gewesen bist. Das halte ich aber sogar in Deinem Fall für extrem unwahrscheinlich. Herr Trump hat immer gesagt, in welche Richtung seine Politik gehen wird, sollte er Präsident der USA werden. Da gibt es heute nichts Überraschendes zu hören, nichts, das heute erst „kulturell interessant“ geworden wäre. Herr Trump ist Präsident geworden, Angela. Dir steckt halt der Schock noch in den Knochen. Damit hattest Du nicht gerechnet. Das kommt davon, wenn man sich auf „die unehrlichsten Leute der Welt“ verläßt. Es hat schon seinen Grund, warum Herr Trump sich ausgerechnet Steve Bannon, den Chef der „Breitbart News“ – du würdest natürlich „Breitbart-Fake-News“ sagen – als Chefstrategen ins Weiße Haus geholt hat. Präsident Trump lebt nämlich in der Welt, Angela, nicht wie Du in einer Gedankenwelt. Ob Du das wahrhaben willst oder nicht, spielt gar keine Rolle.

Du kannst jetzt natürlich noch, quasi als letzte Zuckung, schnellstmöglich Dein vermaledeites, neues  „Wahrheitsministerium“ auf meine und die Kosten aller anderen weltlichen Steuerzahler an den Start bringen. Das wird dann allerdings Dein letzter Fehler gewesen sein. Denn der wird Dir das Genick brechen. Daß es Dir Herr Trump, Herr Putin und der Souverän meines Schlages durchgehen lassen werden, den Versuch unternommen zu haben, aus einer freiheitlichen Informationsgesellschaft ein europäisches Nordkorea zu machen, respektive die DDR wiederzubeleben, indem Du erneut das Grundgesetz mit Füßen trittst und die Zensur einführst,  das kannst Du nur in Deiner Gedankenwelt geträumt haben. In der Welt wird das schwerwiegende persönliche Konsequenzen für Dich haben. Um das einmal auf Englisch zu sagen: „We will never surrender!“. Dich, Angela, werden wir bald überwunden haben.

Wandere aus, solange es noch geht!
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