Ein Blick in die Zukunft

Von Wolfgang Prabel

Die Kultur ist die heiße flüssige Phase der Erde, das Magma im gesellschaftlichen Untergrund. Die Politik spielt sich dagegen institutionalisiert an der erkalteten Oberfläche der Welt ab. Der Rapper musiziert im Untergrund das Abenteuerliche und Provokante, während sich der Politikus an einer kalten Verfassung und deren Unmöglichkeiten abarbeitet. Unten regiert ein Ton-, Farben- und Formenchaos, oben wird nach Geschäftsordnungen und Hauptsatzungen agiert. Nun ist es in der Geologie so wie in der Gesellschaft: Unter hohem Druck wandert das heiße Innere an die Oberfläche. Es bahnt sich vulkanisch-revolutionär seinen Weg, um an der Oberfläche – Ironie der Geschichte – zu erkalten und eine bizarre Form anzunehmen, deren scharfe Kanten der Wind der Zeit abschleift.

Wer heute den kulturellen Untergrund betrachtet, wirft einen Blick auf die politische Oberfläche Deutschlands in 20 Jahren. Deshalb folgen sie mir heute bitte beim Abstieg in die Magmakammern der Rapperei.

Letztens hatte ich über das musikalische Schaffen von Bushido und Mo Trip berichtet. Die aktuelle Lage in den Charts legt es nahe, den Musiker „Kollegah“ unter die Lupe zu nehmen. Kollegah ist wie Bushido und Mo Trip Moslem. Er inszeniert sich folglich als etwas Besseres, als Übermensch, als Imperator, Nero oder König. Wir müssen nur noch auf die Machtergreifung warten. Einige englische Fachworte aus seinen Liedchen habe ich übersetzt, bei anderen hat Dr. Google kapituliert. Was ein Testo-Rapflow oder ein Pepkilo ist, weiß allein der Geier. Zunächst ein paar zurückhaltende Worte der Bescheidenheit aus dem „Imperator“.

Hoes (Huren) schleppen meine Geldsäcke, verrichten Sklavendienste
Denn das Einzige, was ich trage, ist ein Adelstitel
Ich lehn‘ dominant am Benz mit der Heckler & Koch (eine deutsche Präzisionswaffe)
Also Nutte, putz die Felgen, wisch das Heck klar und koch
Und dann wird der Flur poliert, B-O-Doppel-S, yo, Testo-Rapflow (???)
Sieh jeder deiner Crew (Mannschaft) kapiert, Hundesohn, aus dem Weg, was willst du von mir?
Was tust du hier? Ab jetzt gehört mit sofortiger Wirkung die Zukunft mir
Ich bin das Resultat, wenn dein Kalaschnikow-Magazin mit Schiller plus Goethe fusioniert (so sieht Integration real aus)
Goldene Ketten und Nerzmäntel, strahlende Aura wie’n Erzengel (die PETA-AktivistInnen können sich eine anbrennen)
Ich komm und zerlege dein Viertel in subatomare Partikel per Kernschmelze (No-go-Areas)
(…) Und ihr findet’s nicht okay, dass ich die Tropenwälder rode
Damit ich Stöckchen hab, mit denen meine Dobermänner toben, doch ich geb kein Fick

Refr.:
Sonnenbrille, Desert Eagle (eine halbautomatische Kanone) wie der Terminator
Beta-Menschen (Untermenschen) knien nieder vor dem Imperator (röm. Kaiser)
Bitch (Hündin), ich bang dich hardcore (knall dich hart), Boss-Rapper, Lichtgestalt
Du bleibst nichts als ‘ne Missgestalt

Cashflow (Nettozufluß liquider Mittel) durch Rap, Cashflow durch Ölgeschäfte
Das einzige, was bei mir schleppend läuft, sind die Träger meiner Königssänfte
Sag was gegen Kollegah und es hat dramatische Folgen
Wie ‘ne fuckin‘ Telenovela aus Venezuela
(…) Colts dabei, wir stürmen deine Villa, deine Freundin kreischt wie bei Poltergeist (ein Hollywood-Gruselfilm)
Sechs Mios am Handgelenk, durchkreuz im Lamborghini
Frankfurt City, transportier die Pepkilos (???) zu Bandenchefs
Stretchlimos brillant-besetzt – Walther PPKs (schon wieder ein Peacemaker)
Kalte Nebelschwaden – Alpha-DNA

Kollegah läßt keine Gelegenheit aus, um das morbide Weltbild der Grünen zu zerlegen. Ob es das Kratzen am antiquierten feministischen Frauenbild ist oder das Infragestellen der linken Waffenphobie, das durch-den-Kakao-ziehen des Naturschutzes, ihm fällt immer ein frecher Vers ein. Gender-Gaga und die dreiste Klimalüge werden nicht einmal in Erwägung gezogen. An Selbstbewußtsein mangelt es Kollegah nur wenig. Das zeigt sich auch in dem Liedchen „King“ (König), woraus ich gern noch einige Schmankerln zitiere:

Deine Crewmember (Kumpane) seh’n mich und salutieren
Während die Bitches von ihnen im Bett meiner Villa mal eben die Beine für mich auseinandermachen wie beim Amputier’n
Kid (Kind), ich roll’ in dem Benz, schillerndes Chrom; Felgen, die schein’n wie am Himmel der Mond
Jetskis, Villen in Rom und Nutte, du sprichst mit dem King
Der die Scheine stapelt, Rapper zerfickt und dann ihre Weiber nagelt (…)
Mehr Groupies (junge Damen auf der Jagd nach Prominenten) und Hater (Hasser) als Julius Cäsar
Hoes (Huren) sagen: Ich wünschte, mein Freund wäre so cool (lässig) wie Kollegah, denn er ist …

Refr.:
King! Lorbeerkränze, die mein Haupt zieren
King! Ich habe Raubtiere als Haustiere
King! Ich gebe den Bitches (Hündinnen), was die Bitches verdienen
Hab’ nie die Zukunft gelesen, sondern Geschichte geschrieben

Ich bin King und es gibt kein’n in der Thronfolge
Widerspruch ist nicht vernehmbar wie’n von mir beseitigter Kronzeuge
Alleinige Dominanz, keiner der Rapper kann gegen den Boss aller Bosse gewinnen
Ich komm’ und demütige jeden, der sich in den Weg stellt, denn ich bin der …

Und dann kommt wieder der Refrain. Gegen Konzerte des virtuellen Königs bzw. Imperators von Deutschland revoltierten schon mal die „Beta-Menschen“ von der DGB-Jugend, einer Landesgleichstellungsstelle und der Schwulenszene. Wegen Menschenverachtung und so. Kennt man auch von Bushido. Die Gegner der Moslems scheitern vor Gericht regelmäßig an der verbrieften Kunstfreiheit. Politisch motivierte Proteste gegen Kollegah hatten den Effekt, daß Konzerte wegen wachsendem Andrang in größere Räume verlegt werden mussten.

Ach ja, das Schwert im Video „King“. Alles um ihn rum ist edel, aber das Schwert! Da muß ich mal ablästern, auch wenn es „dramatische Folgen“ hat. Der Griff sieht aus, wie aus einer chinesischen Billig-Plastikpresse. Und noch was. In Kolegahs Lebenslauf findet sich aus Sicht des Supermachos eine Peinlichkeit. Es gab mal ein Gerichtsverfahren wegen einer kleinen Gewalttätigkeit in einer Disco. Danach mußte Kollegah 40.000 Euro an den Frauen- und Mädchennotruf zahlen. An „Bitches“!

Um zu ergründen, wie Kollegah bei den Schönen ankommt, hat meine Freundin probegehört. Sie ist mit Outlaws erfahren, denn sie saß als Teenie dem Staatsfeind Nr. 1 Wolf Biermann im „Cafe Moskau“ zu Füßen, um politisch unkorrekten Texten zu lauschen. Sie findet Kollegah nicht richtig schecht, weil er sich sehr männlich und dominant darstellt. Sie meint, junge Damen würde das Machohafte mehr ansprechen als das Gejammere von Bosse und sdp. Letztere würden keine Eier haben. Fotos von den Kollegah-Konzerten bestätigen das. Vorne drängeln sich immer drei Reihen junge Ladies. Es geht fast mit demselben Gekreische zu wie bei Michel-Telo-Auftritten.

Die Liedchen von Kollegah haben bei Youtube so 5 bis 25 Mio. Klicks. Er ist auf Platz 1 der Charts. Ob Moslems auf den Spuren von Bushido und Kollegah in 20 Jahren Deutschland regieren? Ich empfehle noch ein Video. In „Hardcore“ nimmt Kollegah ganz offen ästhetische Anleihen beim Nationalsozialismus. Vom deutschen Gruß der Sklaven bis zu den beiden Bandarolen mit dem „K“. Ähnlich wie der Auftritt von Bushido auf der Führerkanzel des Reichsparteitagsfeldes in Nürnberg. Die Uniformen der Aufseherinnen sind modisch von den 30er Jahren inspiriert. Damals gab es nicht nur die Ledermäntel der Gestapo, sondern auch die des NKWD. Man braucht sich nicht zu genieren, es ist ja „Kunst“.

Oder „Nero“. Das Video ist den Werbevideos des Islamischen Staats nachgebaut. Da kommen auch zwei Pferde vor. In der Sure „die Renner“ schwört Allah bei den Pferden und ihren drei Eigenschaften: dem Rennen, dem Funken Schlagen und dem Angreifen.

Beruhigt kann man, wenn man das Liedgut unserer Rapper betrachtet, davon ausgehen, daß die Grünen und 68er in der kommenden Generation auf dem Müllhaufen der Geschichte zu finden sind. Wenn die Gymnasiastinnen der Zukunft einigermaßen gut aussehen, werden sie nicht bei der Antifa rumkrakelen, sondern die Harems der neuen Herren, Könige und Imperatoren bevölkern. Denn die Liedchen von heute sind die Realität von morgen.

Unsere Altparteienpolitiker sind zu pimitiv, um die Zeichen an der Wand – ihr eigenes MENETEKEL – zu erkennen. Bei den Alten Herren der Weimarer Republik war das genauso. Die Kulturrevolution des Spätkaiserreichs und der Weimarer Republik wurde nicht zur Kenntnis genommen, ignoriert. Die Gewächse der Jugendbewegung, die sich in der KPD und in der NSDAP verschanzten, blieben ihnen ein Rätsel, bis sie 1933 aufs Altenteil abgeschoben wurden. Die drei Putschversuche der Jugendbewegung 1918, 1920 und 1923 wurden fehlgedeutet, die Aufmärsche des Jungdeutschen Ordens, der SA, der Rotfront, das Geschmiersel der „Weltbühne“ und die Malerei von Fidus wurden toleriert. Wenn die sozialdemokratischen Stehkrägen überhaupt etwas merkten, dann wurde es durch den klassenkämpferischen Gehirnwolf gedreht und so zurechtgeschneidert, daß es irgendwie zum „Kapital“ paßte. Es paßte aber nicht zur Realität.

Ähnlich läuft das heute. Heiko, Ralf, Angela und Manuela kämpfen um die politisch korrekte Sprache im Internet, während in der Kultur völlig ungestört das Oberste zuunterst gekehrt wird. Gegen die Kulturrevolution der moslemischen Jugend verordnet Frau Dr. Nahles Rentenerhöhungen. Das ist, als wenn der Hautdoktor gegen Fußpilz Halstabletten verschreibt.

Entweder Deutschland wird moslemisch oder die AfD gewinnt die Bundestagswahl. Meine Freundin will lieber AfD wählen.

http://www.prabelsblog.de/2016/12/ein-blick-in-die-zukunft/

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