Michael Klonovsky: „Kampf gegen rechts“ – als Wellnessprogramm

Foto: Roberto Taddeo/Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Von Michael Klonovsky

Ich bitte die geneigten Leser dieses Diariums um Pardon für gelegentliche Redundanzen, zu welchen mich gewisse Ereignisse nötigen, sofern ich sie nicht unkommentiert verstreichen lassen will. Wohlan denn:

Was macht der brave Deutsche drei Tage, nachdem ein islamischer Radikaler bei einem Anschlag dreizehn Menschen getötet hat? Geht er auf die Straße gegen mörderischen religiösen Fanatismus? Aber wo! Er kämpft gegen „rechts“. Das hat er schon oft geübt, etwa zu Kirchweye, wo dieses noble Zeichen gesetzt wurde, nachdem ein Türkischstämmiger einen Deutschen totgeprügelt hatte und „Nazis“ am Tatort trauern wollten. Die Initiative „München ist bunt“ – hier wieder nur als pars pro toto für mutmaßlich Dutzende vergleichbare Kaspereien erwähnt – ruft heute Abend zum „Zusammenstehen“ bzw. zusammen Herumstehen „gegen nationalistische Populisten, Angstmacher und Hetzer“. Warum? Die Antwort ist erschütternd simpel (wenn wir von der knalldeutschen fundamentalistischen Verhetztheit bis in die Kataklysmen des Endsieges und noch darüber hinaus absehen, die wahrscheinlich in einem tendenziell suizidären Defekt des Nationalcharakters gründet): Von „rechts“ droht den Demonstranten keinerlei Gefahr. Nichts ist wohlfeiler, als ein paar Parolen gegen die schlimmen Rechtspopulisten zu skandieren und dann mit einem guten Gefühl heimzugehen. Es kostet nicht das Geringste und befriedigt schlichte Gemüter zuverlässlich. Eine Demo gegen den radikalen Islam indes könnte den einen oder anderen virilen Kontrahenten auf den Plan rufen. Und darauf sind unsere effeminierten und durchpazifizierten Aktivisten nicht eingerichtet. Nie würden sie gegen den islamischen Terror, gegen Salafisten, Wahabiten oder auch nur für die Menschrechte in Saudi-Arabien und im Iran oder für Frauenrechte und die Schwulenehe beispielsweise auf den Straßen in Berlin-Neukölln, Dortmund, Essen oder Duisburg-Marxloh demonstrieren. Es sind Wichte, die sich wohlfühlen wollen, ihr ganzer „Kampf gegen rechts“ ist Bestandteil eines Wellnessprogrammes und wenig außerdem.

Feigheit ist der Universalschlüssel zu den Narreteien dieser sturmreifen Zivilgesellschaft.

http://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna

Foto: Roberto Taddeo/Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

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