Herr Müller und die Angst

Foto: Wikimedia Commons/ Ralf Roletschek / fahrradmonteur.de

Von Thomas Böhm

In der „Bild“ hat der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, kurz nach dem verheerenden Anschlag an der Gedächtniskirche, ein Interview gegeben, dass tief in seine finstere Seele blicken lässt und uns zeigt, was für selbstverliebte, ideologisch verbohrte Versager unser Land beherrschen. Er wäscht schon mal seine Hände in Unschuld:

Eine der Fragen lautete:

Es soll vor wenigen Wochen Warnungen von Geheimdiensten vor Lkw-Anschlägen auf Weihnachtsmärkten gegeben haben – warum wurden die nicht öffentlich gemacht?

Und das ist seine Antwort, die uns schockieren muss:

Müller: „Mir ist nicht bekannt, dass es solche Hinweise gegeben haben soll und an wen sie möglicherweise gerichtet waren.“

Entweder nicht die volle Wahrheit, oder völlige geistige Abschottung von der Wirklichkeit – keine Ahnung was schlimmer ist.

Am 22.11. dieses Jahres hätte nämlich auch Herr Müller folgende Meldung lesen, oder sich die entsprechenden Informationen beschaffen lassen können:

Die USA warnen ihre Bürger derzeit explizit vor drohenden Terror-Anschlägen in Europa. Dabei geraten vor allem die jetzt startenden Weihnachtsmärkte in den Fokus…

http://www.news.de/panorama/855653149/terror-in-europa-zu-weihnachten-2016-us-experten-warnen-vor-anschlaegen-auf-weihnachtsmaerkten/1/

Und auch diese Meldung belegt, dass Müller den Überblick verloren hat oder ihn nie hatte.

Spätestens seit dem Sommer 2016 plante der mutmaßliche Berliner Attentäter Anis Amri, 24, Anschläge in Deutschland. Dies berichtete nach FOCUS-Informationen ein V-Mann am 21. Juli 2016 dem Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen.

Demnach soll Amri im kleinen Kreis des Terrornetzwerks um den Hassprediger Abu Walaa aus Hildesheim wiederholt von seinen Attentatsplänen gesprochen haben. Anschließend verschwand der Tatverdächtige im Sommer 2016 endgültig nach Berlin. Seine Habe ließ er allerdings bei seinen Brüdern in Hildesheim…

http://www.focus.de/politik/deutschland/gesuchter-terror-verdaechtiger-lka-wusste-seit-monaten-von-amris-anschlagsplaenen_id_6392775.html

Jetzt, wo alles zu spät ist und die Toten durchgezählt sind, macht er einen auf besorgten Sicherheitsbeamten:

Im Moment ist es eine Sorge der Polizei, dass es mögliche Nachahmer mit gleichen Verhaltensmustern gibt. Insofern ist es gut, dass man wachsam ist. Die Polizei sichert jetzt ja auch Weihnachtsmärkte zusätzlich mit Pollern und höherer Polizeipräsenz.“

Das erzählen Sie bitte mal den Angehörigen der Opfer vom Breitscheidplatz, werter Herr Müller! Außerdem: Wie wollen Sie sich wieder herauswinden, wenn der nächste Attentäter als Weihnachtsmann verkleidet durch die Menge bummelt und eine Bombe zündet?

Ob der Regierende Bürgermeister von Berlin so viel Anstand hat und von dem von ihm missbrauchten Posten zurücktritt, mag bezweifelt werden. Von daher sollte sich vielleicht ein Jurist finden, der diesen Lügner wegen fahrlässiger Tötung anzeigt.

Aber es kommt noch schlimmer, auf die Frage der „Bild“: Haben Sie in heutiger Zeit Angst um Ihre Tochter, wenn sie in Menschenmassen unterwegs ist? antwortet er wie folgt:

Natürlich geht mir durch den Kopf, wie sich die eigene Familie bewegt. Ich sage ihnen, was ich auch den Berlinern sage: Aufpassen, sich umsehen, aber keine Angst haben. Genauer hingucken, was einem auffällt.“

So zynisch kann nur jemand daherreden, der aus ganz anderen Gründen keine Angst zu haben braucht.

Die „BZ“ nennt uns diese Gründe:

Kurz vor Weihnachten gibt’s für den Regierenden ein neues Dienstauto. Äußerlich ist der Mercedes S 600 Guard kaum von einem Serienfahrzeug zu unterscheiden…

…Den Auto-Panzer bewegt ein 530-PS-Motor, aber aus Sicherheitsgründen ist bei Tempo 210 Schluss. Der Preis ist ebenso bombastisch (325.000 Euro aufwärts). Aber Berlin least das Auto nur für drei Jahre. Ans Steuer darf nur ein speziell trainierter Fahrer. Müller kann den Wagen privat nutzen, wozu übrigens auch die Fahrten zwischen seiner Tempelhofer Wohnung und dem Rathaus zählen…

…Ein Vorabkommando checkt die Location, wenn Müller unterwegs ist. Unmittelbar an ihm dran sind drei Bodyguards. Sie fahren in einem Begleitwagen hinterher, können Blaulicht aufs Dach setzen…

…Beim Personenschutz gibt es drei Stufen. Die höchste haben Bundespräsident und Kanzlerin, Stufe 2 Ministerpräsidenten (wie Müller)… 

http://www.bz-berlin.de/berlin/michael-mueller-faehrt-jetzt-die-coolste-karre-in-berlin

Solche Sicherheitsvorkehrungen sind für die „normalen“ Berliner leider noch nicht vorgesehen, obwohl genau sie das Ziel der islamischen Attentäter sind. Wenn Herr Müller also aus einer gepanzerten Limousine heraus davon redet, dass  die Bürger keine Angst haben sollen, ist das an Zynismus nicht mehr zu überbieten.

Wenigstens findet Müller noch ein paar tröstende Worte für die Bürger, die Aufgrund dieser verantwortungslosen „Willkommen-Politik“ um ihr Leben fürchten müssen:

Sie (Angela Merkel, A.d.R.) hat jede Hilfe angeboten.“

Wahrscheinlich meint Herr Müller damit aber eher die Hilfe, die ihn im Amt halten wird.

Foto: Wikimedia Commons/ Ralf Roletschek / fahrradmonteur.de

Das ganze Interview:

http://www.bild.de/regional/berlin/michael-mueller/muessen-wir-angst-haben-herr-mueller-49419800.bild.html

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