Max Erdinger: Fusionieren „Zeit“ und „Bild“?

Von Max Erdinger

Bei der ZEIT, einer einstmals angesehenen Wochenzeitung, scheint man inzwischen nach dem Motto zu leben, daß es sich völlig ungeniert schlagzeilen läßt, wenn der Ruf erst einmal ruiniert ist.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-12/breitscheidplatz-anschlag-in-berlin-demonstrationen-afd-npd-rote-herzen

Schlagzeile – Zitat: >“Rote Herzen und rechte Parolen“ < – Zitatende.

Rechte haben kein Herz zu haben. Sie haben statt eines Herzens nur Parolen. Nur Linke haben ein Herz. Es ist rot.

Zitat: >“Zwei Tage nach dem Anschlag haben Rechte und Linke in Berlin demonstriert. Am Bahnhof Zoo protestierten die Menschen gegen Rassismus. Die AfD rief zu einer Mahnwache auf.“< – Zitatende.

Am Bahnhof Zoo versammelte sich wer? Menschen? Das wäre zu wenig informativ. „Die Menschen“ haben sich dort versammelt. Das ist ein kleiner, feiner und perfider Unterschied. Der Artikel macht´s! – „Die“. Und zwar wegen des nächsten Satzes. Der fängt nämlich ebenfalls mit einem Artikel an: „Die AfD“. So suggeriert man subtil Unterschiede. Hier „die Menschen“, dort „die AfD“. Beabsichtigte Verschaltung im Hirn des Lesers: Es gibt einen Unterschied zwischen den „die Menschen“ einerseits und „die AfD“ andererseits.

Da nun die ZEIT immer noch für ein Intellektuellenblättchen gehalten wird, muß man sich Sorgen machen. Nicht um die ZEIT, sondern um die Intellektuellen im Land. Sollten auch die schon so verblödet sein, daß man bei der ZEIT mit Fug und Recht unterstellen darf, derlei subtile Meinungsmache würde nicht mehr bemerkt werden? Es sieht ganz danach aus.

Zitat: >“Mit roten Herzen und Plakaten mit der Aufschrift „Keine Nazis, nirgends. Keine Islamisten, nirgends“ haben rund 800 Menschen nahe dem Bahnhof Zoo gegen einen Aufzug der Berliner NPD protestiert.“ < – Zitatende.

Aha. Die Beherzten haben nicht gegen die AfD protestiert, sondern gegen die NPD! Da es aber ziemlich egal ist, wer gegen die NPD demonstriert, weil die keine herzschädigende Gefahr darstellt, sondern lediglich ein unbedeutendes Ärgernis, mußte im Aufmacher den „die Menschen“ die AfD gegenübergestellt werden in ihrer ganzen Unter … äh … Unmenschlichkeit.

Zitat: >““Wir lassen nicht zu, dass geistige Brandstifter den entsetzlichen Anschlag für ihre Hetze und ihren Hass instrumentalisieren“, sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu, der zur Gegenkundgebung aufgerufen hatte. Teilnehmer hatten dafür auch Transparente mit der Aufschrift „Solidarität, Toleranz, Liebe“ gemalt.“ < – Zitatende.

Erstens: Wer den entsetzlichen Anschlag dazu hernimmt, vor „geistigen Brandstiftern“ zu warnen, die ihn instrumentalisieren könnten,  der instrumentalisiert ihn schon. Zweitens: Weil das so ist, hätte man dem Grünen Özcan Mutlu sofort ein rotes Herz ins Schandmaul stopfen sollen. Drittens: Teilnehmerinnen vergessen! Frauen dürfen auch an Kundgebungen von „die Menschen“ teilnehmen. Viertens: Interessant wäre gewesen, ob Informationen darüber vorliegen, daß die teilnehmenden Menschinnen und Menschen der lieben Frau Bundeskanzlerin auch etwas menschlich recht Schönes zu Weihnachten gemalt haben. Da hätte es nämlich tolle Vorlagen gegeben, die man hätte kopieren können für den Fall, daß man von menschlicher Einfallslosigkeit und mangelndem Pinseltalent geplagt ist: Stalin nimmt Blumensträuße von russischen Mädchen entgegen. Das wäre so im Stil der späten Vierziger, frühen Fünfziger des letzten Jahrhunderts ausgefallen, einer sehr menschlichen Zeit. Oder: Chinesen jubeln Mao zu, wer´s ein bißchen moderner mag. Das wären jedenfalls menschliche Motive, die man verwenden könnte. Pol Pot auch. Irgendetwas rotes halt mit viel Herz und Menschlichkeit.

Zitat: >“Unter dem Motto #zusammen hatten Veranstalter in mehreren deutschen Städten zu Kundgebungen gegen Fremdenhass aufgerufen. In Hamburg kamen rund 100 Menschen zusammen, in Berlin trafen sich die Teilnehmer am Brandenburger Tor.“ < – Zitatende.

Wenn die ZEIT von „rund 100 Menschen“ schreibt, dann waren es in Hamburg wahrscheinlich acht und in Berlin zwei. Das ist die Mindestanzahl, die es braucht, um sich zu treffen. Ach so, ja: Der Fremdenhass. Nicht schön. Es ist nun einmal nicht schön, wenn einen Fremde hassen, nur, weil man „schon länger hier lebt“. Das muß ich den fremden Franzosen, Italienern und Niederländern schon einmal sagen an dieser Stelle. Umgekehrt ist mir nämlich jeder Haß auf diese Fremden völlig fremd. Nein, ernsthaft: Wer den Begriff „Fremdenhass“ verwendet, um diejenigen zu diffamieren, die explizit vor den Gefahren warnen, die von ganz bestimmten Fremden aus einem ganz bestimmten „Kulturkreis“ ausgehen, der lügt mit dem ganzen roten Herzen. Der erklärt seinen Kindern im Zoo wahrscheinlich vor jedem Gehege mit todernster Miene, daß es dort Tiere zu sehen gibt. Im Zoo gibt es die Tiere – und am Bahnhof Zoo gibt es die Menschen. Alles andere ist Parole und Fremdenhass.
Zum Schluß noch eine Warnung an die Menschen: Wer sich mit der ZEIT den Hintern abwischt, stirbt binnen 48 Stunden an einer schmerzhaften Arschlochinfektion.

Wandere aus, solange es noch geht!
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