„WARST DU SCHON AUF DEM WEIHNACHTSMARKT?“

Von Klaus Barnstedt

Wie blanker Zynismus steht diese Frage in Großbuchstaben auf dem heutigen Türchen Nummer 20 des IKEA-Weihnachtskalenders.

Nein, ich war noch nicht dort und habe auch nicht erst seit dem gestrigen Terroranschlag in Berlin keine Lust, mich dorthin zu begeben.

Bitte jetzt nicht auch noch die bekannten Statements der berufsmäßigen Beschwichtiger und Rechenkünstler! Ihnen zufolge ist die Wahrscheinlichkeit vermutlich größer, mit der Straßenbahn auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt tödlich zu verunglücken, als dort Opfer eines terroristischen Anschlages zu werden.

Das klärt aber nicht die Frage, wieso zu der üblichen, überschaubaren und zivilen Alltagsgefährdung auch noch Terrorakte als zufällige Ereignisse schicksalhaft hingenommen werden sollen.

Vor allen Dingen blendet so eine Rechnerei, wie wir sie in der Nachbetrachtung schon häufig erlebt haben, die direkt und indirekt Betroffenen aus, allen voran die Toten und teilweise sehr schwer Verletzten, sodann die Vielzahl der Verwandten, Freunde und Bekannten.

Da ist eine aktuelle Äußerung des saarländischen Innenministers Klaus Bouillon (CDU) schon aussagekräftiger. Der Politiker ist gegenwärtig der Vorsitzende der Innenministerkonferenz und hat – ohne aber den Kriegsgegner zu benennen – nach der Gewalttat in Berlin tatsächlich von einem „Kriegszustand“ gesprochen.

Einige Leute, die immer nur das Gute sähen, möchten das nicht wahrhaben, stellte er fest. Es seien Nachahmungstaten zu befürchten.

Warum solche Kriegshandlungen stattfinden und wie dagegen vorzugehen ist, scheint den unverkleideten Horror-Clown Ralf Stegner nicht zu interessieren. Für ihn ist die Befürchtung wichtiger, dass eine schicksalhafte „Tragödie“ ausgeschlachtet werden könnte. Vor allen Dingen von den falschen Leuten.

Da sieht man deutlich, wo er seine Prioritäten setzt. Der politische Gegner ist für ihn schlimmer als die größte Terrorgefahr.

Foto: Amazon/Screenshot

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