Berliner Krokodilstränen um Aleppo: Kollateralschaden

Von HaOlam

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat nach dem Fall Aleppos Rußland und der Islamischen Republik Iran vorgeworfen, sie seien »neben dem syrischen Regime für Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung« verantwortlich. »Gezielte Angriffe auf Zivilpersonen und Krankenhäuser«, erklärte die CDU-Vorsitzende am Rande des EU-Rats in Brüssel, müßten sanktioniert werden.


Gibt Angela Merkel mit den Worten, »wir haben festgestellt, dass wir viel weniger tun können, als wir gerne tun würden«, die mitleidende Beobachterin, der – leider, leider – die Hände gebunden seien, muß man sich freilich fragen, womit man diese schlechte Inszenierung heraufbeschworen hat. Tatsächlich ist doch mindestens Teheran heute in einer Position, an der Berlin nicht unschuldig ist.

Vielleicht hätte das Massaker von Aleppo in jeden Fall stattgefunden, wäre die einstige Metropole so oder so zum Massengrab zerbombt worden. Sicher aber ist, daß das Mullah-Regime und dessen libanesisches Söldnerheer, die Hisbollah, ohne das verheerende Abkommen von Wien Bashar al-Assad heute nicht die verläßlichen Alliierten sein könnten, die sie ihm mit dem Atom-Deal sind.

Der Vertrag, der als großer Sieg der Diplomatie gefeiert wurde, hat Teheran nicht nur mittelfristig den Weg zu eigenen Kernwaffen geebnet, sondern seinen kurzfristigen Aufstieg zur Regionalmacht ermöglicht. Was in und um Aleppo geschah und geschieht, ist gewiß auch ohne JCPOA denkbar, durch den Vertrag aber begünstigt worden. Und dafür liegt die Verantwortung auch in Berlin.

Das Wiener Abkommen beendete die internationale Isolation des Regimes in Teheran und sicherte ihm den Zugriff auf bis dahin eingefrorene Millionen und Milliarden, die nicht nur in den Krieg in Syrien fließen, sondern um die nun auch Politiker aus Europa auf entwürdigende Weise miteinander konkurrieren. Und hier, beim Geld, könnte Angela Merkel bestimmt mehr tun, wollte sie es nur.

Foto: Wikipedia/ Dominik Tefert

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