Die Kommunikation des Präsidenten Trump

Foto: Gage Skidmore/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Von Therry Meyssan

Die Regeln der modernen politischen Kommunikation wurden von den Vereinigten Staaten geprägt, die bis jetzt von der puritanischen Ideologie beeinflusst waren (politisch korrekter Ausdruck, öffentliche Entschuldigung für seine Fehler, die den Wert der Vergebung hatte, der Glaube von Gott erwählt worden zu sein, um die Welt aufzuklären, Trennung zwischen WASP und den Minderheiten, der Glaube dass Reichtum ein Geschenk Gottes für diejenigen sei, die ihm dienen usw.). Durch die Umkehrung der durch Washington verkörperten puritanischen Ideologie im Allgemeinen und vor allem durch die Clinton-Dynastie, hat Donald Trump auch den aktuellen Regeln der politischen Kommunikation ein Ende gesetzt.

Er hat seine Kampagne nicht auf große halb-Unterhaltung/halb-politische Shows gestützt. Während seine Konkurrenten sich neben Stars des Showbusiness inszenierten und mit pharaonischen Budgets arbeiteten, konzentrierte er sich auf seine Botschaft und hat 10-mal weniger Geld als Frau Clinton ausgegeben.

Wenn man bedenkt, dass die Medien ihm im Allgemeinen feindlich gesinnt waren, hat er ihnen fast nie Interviews gegeben und nicht aufgehört, in jedem seiner Meetings ihre Parteilichkeit zu denunzieren. Seine Sprecherin hat nie versucht, die Journalisten zu bezaubern, im Gegenteil, sie stützte sich auf Protest-Websites, ob sie nun ein Publikum hatten oder nicht; sein Kampagnen-Manager betrieb selbst eine dieser Seiten, Breitbart.com.

Er richtete seine Kampagne gegen die politische Klasse in Washington und hat keine Räume für seine Kampagne gemietet und blieb in seinem Trump Tower in New York. Logisch mit sich selbst, hat er auch nicht Räume in Washington für sein Übergangsteam gemietet. In der Tat, während die Obama-Administration ihre Tagesgeschäfte in Washington erledigt, wird sich nun die Zukunft in New York entscheiden.

Sofort nach seiner Wahl gab er weder Pressekonferenzen noch Interviews, sondern sprach direkt zu den Amerikanern über Twitter et YouTube. Das ist das erste Mal, dass ein Staatsoberhaupt zu seinem Volk spricht unter Umgehung der Mainstream-Medien.

Er unternahm eine Bedankungstour, so als wäre der Wahlkampf noch nicht beendet, indem er neue Meetings abhielt, von denen die Presse nicht reden wollte. In seinen Reden dankte er zuerst den Wählern von Minderheiten (Frauen, Spanischsprechenden, Afro-Amerikanern und Homosexuellen), die trotz des rassistischen Bildes, das die Mainstream-Medien ihm fabriziert hatten, für ihn gestimmt haben. Er wiederholt seine Botschaft, nicht gegen die Eliten, sondern gegen die Art des Funktionierens, die sie in Washington adoptiert haben, und gegen die puritanische Ideologie, die sie verkörpern. Schließlich kündigte er seine ersten Entscheidungen an. In der Außenpolitik bestätigt er, den Trans-Pazifik-Vertrag zu beenden, der gegen China ausgemacht wurde, Regimewechseln (einschließlich Syrien) ein Ende zu setzen, überall wo immer dies möglich ist, die aktuellen Auseinandersetzungen durch Zusammenarbeit zu ersetzen (auch mit Russland) und den Geheimdienst zu reformieren, dessen einzige Funktion heute ist, Führer der dritten Welt zu ermorden.

(Siehe ab der 46. Minute)

Die Präsidentschafts-Presse besaß einst komfortable Räume im Weißen Haus und bestimmte jene Themen, die besprochen werden sollten. Heute haben die meisten Mitglieder Washington verlassen und warten den ganzen Tag am Fuße des Trump Tower, bis „der“ Donald herunterkommt, einen seiner Gäste bis zu seinem Auto begleitet und ihnen ein paar Worte im Vorbeigehen hinwirft.

Die großen schriftlichen und audiovisuellen Medien behandeln weiterhin den gewählten Präsident mit beißendem Spott, beschuldigen ihn der Inkompetenz und des Extremismus, aber er hält stand. Er hat es geschafft, über ihre Köpfe hinweg mit seinen Landsleuten zu kommunizieren.

Foto: Gage Skidmore/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

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