Der deutsche Frosch im Kochtopf

Von Eva Herman

Adventszeit: Wenn ich durch die spätherbstliche Natur gehe, dann denke ich an unser Land. Sie sind sich ähnlich: Es will einfach nicht hell werden, nur selten zeigt sich das Licht, noch seltener strahlt es in Herz und Seele hinein.

Ich höre in mich hinein: Es ist still. Dort, wo einst Lieder und Gedichte wohnten, wo Werte ihren Wert noch hatten, ist es müde geworden. Die Maulkörbe der Gesinnungspolizei wurden festgezogen, sie wirken langsam auch auf mich, der deutsche Frosch sitzt im Kochtopf. Er bemerkt kaum, dass das Wasser wärmer wird.

Ein ganzes Volk erstarrt. Du bist ein Nazi, wird es den meisten eingehämmert, wenn Du nicht so denkst, wie man es fordert. Ein Nazi, wenn Du Dein Volk liebst, ein Nazi, wenn Du kritisch die Merkelsche Einwanderungspolitik hinterfragst. Ein Nazi auch, wenn Du so nicht mehr mitmachen willst. Die Temperatur steigt.

Wird es bald noch Advent, Weihnachten, Weihnachtslieder geben? Kirchen und Kreuze? Klassische Musik? Chorgesang? Haben sie eine Zukunft in der sich nun so rasch verändernden Welt? Was ist mit Schiller, Goethe, Eichendorff? Werden wir noch Kant und Nietzsche diskutieren dürfen, in zukünftiger Zeit? Spüren wir die Veränderungen, die wachsende Hitze?

Die Maulkörbe der Gesinnungspolizei werden immer fester gezogen, wir sind fest in politisch korrektes Geschirr gespannt. Und fast alle trotten mit.

Ich sehe mich um: Wo sind Gegenstimmen? Wo ist Gegenwehr? Warum funktionieren die Einschüchterungen und Maßnahmen? Wo ist die Kraft geblieben, die deutsche Kraft? Warum denke ich gerade wieder, dass ich nicht einmal mehr von der »deutschen Kraft« sprechen sollte?

Es will einfach nicht mehr hell werden. Der Siedepunkt kommt näher. Aber viele spüren es nicht einmal mehr.

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