Türkische Gemeinde will Einzug der AfD in den Landtag verhindern

Protzneubau einer Ditib-Moschee in Deggendorf (Bild: JouWatch)

Niedersachsen – In der Türkischen Gemeinde in Niedersachsen (TGN) ist man traurig. Die islamverliebte rot-grüne niedersächsische Landesregierung sei doch 2013 angetreten um sich ganz besonders um die muslimische Community zu kümmern. Jedoch sei seit dem Konflikt mit der türkischen Heimat nicht mehr viel von dem engagierten Vorhaben übrig. Und nun auch noch die AfD, die den Muslimen Angst mache und mit aller Macht verhindert werden soll.

Der umjubelte Staatsvertrag des Landes Niedersachsen mit den Muslimen wurde aufgrund der Spitzeltätigkeiten der türkischen Regierung, die willfährig und ergeben durch die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), in Deutschland ausgeführt wurde, zu Beginn des Jahres auf Eis gelegt.

Der aufgeschobene Staatsvertrag habe zwar für Enttäuschung gesorgt, beklagt Emine Oguz, stellvertretende Landesvorsitzende der Türkisch-Islamischen Union (Ditib). Allerdings handele es sich dabei auch um einen symbolischen Akt, viele praktische Anliegen der Muslime seien in Niedersachsen ja bereits geregelt. „Es gibt keine besonderen Defizite.“

Gemeinsam verhindern, dass die AfD in den Landtag einzieht

Besonders Angst jedoch habe man als türkischer Muslim in Deutschland vor der AfD. „Es gilt gemeinsam zu verhindern, dass die Rechtspopulisten in den niedersächsischen Landtag einziehen“, sagt die stellvertretende Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Niedersachsen (TGN), Nejla Coşkun, in Hannover. Die beste und wirksamste Maßnahme sei die Teilnahme an der Landtagswahl.

Just jene islamische Organisation, die den Willen Erdogans in Deutschland durchzusetzen versucht, gibt sich demokratienah. Oguz, Vertreterin des Ditib-Moscheeverbandes hat ein „mulmiges Gefühl bezüglich der AfD“, so der Focus. Der Islamfunktionär hoffe, dass sich nach der Landtagswahl „die Vielfältigkeit der Gesellschaft weiterentwickele“. Denn: Der Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl habe Muslime erschreckt und eingeschüchtert. Bei der niedersächsischen Landtagwahl rechnen die Muslime jedoch mit keinem so guten Abschneiden der AfD.

Die Ditib ist gewillt, mit allen Parteien Kontakte zupflegen

Es sei aber ganz egal, wie der künftige Landtag sich zusammensetze, so die Muslima Oguz abschließend. Die Ditib sei gewillt, mit allen Parteien Kontakte zupflegen. Auch der Herausforderer von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der CDU-Mann Bernd Althusmann, sei für den Verband ja kein Unbekannter. Denn Althusmann habe in seiner Zeit als Kultusminister rege an Gesprächen über den islamischen Religionsunterricht teilgenommen.

Irgendeine Wahlempfehlung sei laut Focus von den muslimischen Verbänden oder der türkischen Minderheit nicht zu hören, zumal – anders als 2013 – die als demokratie- und israelfeindlich eingeschätzte Muslimisch Demokratische Union (MDU) – nicht antrete. Jedoch schallt in die große muslimische Gemeinde der Aufruf der TGA: „Wir fordern die Wählerinnen und Wähler mit türkischen Wurzeln auf: Mischt euch ein und macht von eurem Wahlrecht Gebrauch!“ (SB)

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