London: Vom Dschihadist zum Covergirl des Stadtmagazins

Bildschirmfoto: Mulumebet Girma 2005 und heute
Bildschirmfoto: Mulumebet Girma 2005 und heute

Die verurteilte, islamistische Terroristin und Mittäterin der vereitelten Attentate auf die Londoner U-Bahn Mulumebet Girma verbüßt die Hälfte der Haftstrafe und erhält im Anschluss eine Anstellung bei der Gemeinde Southwark, die sie stolz auf dem Titelbild des Stadtmagazins präsentiert.

Von Bianca Hoekstra

Die Dschihadistin Mulumebet Girma, die zu zehn Jahren Gefängnis wegen ihrer Beteiligung an den geplanten Londoner Bombenangriffen am 21. Juli 2005 verurteilt worden war, verschwieg nach vorzeitiger Entlassung ein paar wesentliche Details in ihrem Lebenslauf und erhielt so eine hochrangige Position im Gemeinderat.

Bildschirmfoto: Mulumebet Girma
Bildschirmfoto: Mulumebet Girma

In Southwark, einem Stadtbezirk im Süden von London, bewarb sich Mulumebet Girma, 33, direkt nach ihrer Freilassung bei der Stadtverwaltung und wurde angenommen, da keinem ihrer Kollegen auffiel, dass Girma in einen der berüchtigtsten Terroranschläge auf das Land involviert war.
Das frühere äthiopische Model wurde von allen Seiten in der Gemeinde hoch gelobt und sogar auf der Titelseite eines Stadtmagazins präsentiert, das für Ausbildung werben sollte. Sie wurde erst entlassen, als bekannt wurde, dass sie ihren Schwager Hussein Osman, der zu den Tätern vom 21. Juli 2005 gehört, unterstützt hatte.

Ihre Anstellung wirft dennoch Fragen auf, da sie womöglich Zugang zu sensiblen Datenbanken mit gefährdeten Personen hatte.
Leitende Mitarbeiter behaupten allerdings, sie hatte keinen Zugriff auf die Informationen der Überwachungslisten der Polizei. Bei einer Überprüfung ihrer Computernutzung wurde nichts Verdächtiges gefunden.

Girma wurde 2013 von der Stadtverwaltung in Southwark, im Süden Londons, als Assistentin in der Kundenbetreuung eingestellt, kurz zuvor war sie vorzeitig aus der Haft entlassen worden, die 2008 ursprünglich für zehn Jahre angesetzt war.
Sie erwähnte ihre kriminelle Vergangenheit bei der Einstellung nicht und die Gemeindeverwaltung konnte nichts Auffälliges entdecken, obwohl die junge Muslima 2005 eine Schlüsselrolle beim größten vereitelten Terroranschlag Großbritanniens inne hatte.

2013 wurden 40 Auszubildende eingestellt, wozu Girma gehörte, die schließlich einen festen Arbeitsvertrag bei der Stadtgemeinde erhielt. Nach schnellem Aufstieg war sie bei der Gemeinde als System- und Performance-Analystin tätig und trat zudem als Covergirl einer internen Zeitschrift auf.

„Wie hat sie es geschafft, diesen Job ohne irgendwelche Kontrollen zu bekommen? Man hätte nur einmal ihren Namen googeln müssen und wäre sofort fündig geworden, was ihre Vergangenheit betrifft“, wird in der britischen Sun gefragt. „Die Datenbank, die sie verwaltet hat, enthält Personen, die als „gefährdet“ gelten. Die Daten sind mit gutem Grund geschützt und es ist nicht verständlich, wie jemand, der mit Terrorismus in Verbindung gebracht wird, auf diese Daten Zugriff erhalten kann.“

Southwark Tory Stadtrat Michael Mitchell sagte: „Dies ist ein wirklich schockierender Fehler. Jemandem mit diesem Hintergrund zu erlauben, mit potenziell gefährdeten Kunden zu arbeiten, ist ein völlig vermeidbares Risiko. Es war ein großer Fehler.“

Girma war nach den vereitelten Anschlägen vom 21. Juli 2005 für schuldig befunden worden, den Selbstmordattentäter, dessen Bombe nicht explodierte, in ihrem Haus in Brighton versteckt und die Polizei nicht über seine Pläne informiert zu haben.

„Girma arbeitet nicht länger für den Stadtrat in Southwark. In dem Moment, als ihre Vergangenheit aufgedeckt wurde, haben wir unverzüglich Maßnahmen eingeleitet und das Arbeitsverhältnis aufgelöst. Während ihrer Anstellung hatte diese Person nie Zugang zu den Daten der Polizeiwache. Wir haben ihre Tätigkeit während ihrer Anstellung im Gemeinderat einschließlich ihrer Computernutzung vollständig überprüft und kein Fehlverhalten feststellen können. Wir haben zudem eine genaue Überprüfung unserer Prozesse und Verfahren im Hinblick auf diesen Vorfall vorgenommen“, sagte die Bezirksleiterin Eleanor Kelly in einer Stellungnahme der Stadt.

Bildschirmfoto: Mulumebet Girma
Bildschirmfoto: Einen Tag nach den missglückten Anschlägen kauft Mulumebet Girma Zeitungen in Brigthon, während sie ihren Schwager Osman bei sich zuhause vor der Polizei versteckt.

Die Täter vom 21. Juli 2005 hatten wie die Selbstmordattentäter zwei Wochen zuvor Sprengsätze in ihren Rucksäcken versteckt, wobei jedoch keine der selbstgebauten Bomben wie geplant in der U-Bahn explodierte. Am 7. Juli 2005 waren in London eine Serie von islamistischen Selbstmordattentaten in der Londoner U-Bahn verübt worden. Die Attentate gingen als die schwersten Terroranschläge in die Geschichte Großbritanniens ein.
56 Menschen, inklusive der vier Selbstmordattentäter, kamen an dem Tag zu Tode und mehr als 700 wurden verletzt.

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