Exklusiv: Martin Sellner zur Österreich-Wahl – Ein Land bricht aus

"Österreich kann zum Vorbild für ganz Europa werden" / YouTube/Screenshot

In Österreich steht am Sonntag, 15.10.2017 eine Wahl bevor, die das Land so entscheidend wie nie zuvor ändern kann. Wird es eine national-konservative Regierung in Wien geben?

von Martin Sellner für JouWatch

Nach einem harten Wahlkampf, in dem sich für linke Parteien ein Desaster ans nächste reihte und die Konservativen alles richtig machten, scheint eine Zeit der Ernte für Patrioten anzustehen.

Eine vom (zumindest verbalen) Hardliner Sebastian Kurz geführte Regierung von ÖVP und der FPÖ HC Straches kommt laut jüngsten Umfragen gemeinsam auf mehr als 60% der Stimmen. Die konservative ÖVP führt dabei mit rund 33% vor der FPÖ, die mit 27% die Sozialisten klar auf Platz drei verwiesen hat. Weit abgeschlagen grundeln ein FDP-Verschnitt namens „NEOS“ und „Die Grünen“, die nach der Abspaltung des Urgesteins Peter Pilz mit 5% um den Einzug uns Parlament bangen müssen.
Die Lage ist für Patrioten einzigartig und auch wenn man den Tag nicht vor dem Abend loben sollte, macht sich allmählich Feierstimmung breit. Ich als politischer Aktivist kann mich dem auch kaum entziehen. Denn der Wahlkampf war ein metapolitischer Erfolg auf ganzer Linie.

Unser Ziel als Aktivisten ist es immer, die Themen in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Erfolg bemisst sich für uns nicht in Prozenten oder Dividenden, sondern im Wandel des gesellschaftlichen Klimas, dem wir als Avantgarde vorangehen. Dieser Wandel hat in Österreich bereits lange vor der Wahl stattgefunden. Der Kampf um die Themen ist bereits entschieden. Der Grund für die derzeitigen Umfragewerte ist nichts anderes als der (von mir) sogenannte „Strache-Effekt“.

Lange Zeit führte die FPÖ in allen Umfragen vor ÖVP und SPÖ. Denn eine breite Mehrheit der Österreicher lehnte und lehnt die Zuwanderungspolitik der rot-schwarzen, großen Koalition ab.

Nur durch einen Trick schaffte es die ÖVP die Freiheitliche Partei von der Spitze abzulösen. Sebastian Kurz, der als Außenminister lange medienwirksam an seinem Image als Gegner der Masseneinwanderung und Islamisierung gefeilt hatte, krempelte die Partei völlig um, entmachtete alte Strukturen und setzte sich an ihre Spitze. Der beliebte Jungpolitiker wählte für seine „Bewegung“ nicht umsonst die Farbe Türkis. Der „Blaustich“ seiner neuen Politik ist unübersehbar. In fast allen Themen, von der australischen Grenzpolitik, bis zum Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst und der Schließung der Islamschulen übernahm er die Forderungen der FPÖ. Genau das ist der „Strache-Effekt“: um Strache als Kanzler zu verhindern, musste Kurz selbst zum Strache werden.

Auch die anderen Parteien konnten sich diesem Trend nicht entziehen. Die von ihrem ungustiösen „Silberstein-Skandal“ gebeutelte SPÖ, deren Spitzenkandidat die Schließung der Mittelmeerroute kürzlich noch als „Vollholler“ (völliger Blödsinn) abgetan hatte, überbietet sich in Einwanderungskritik. Und die Grünen haben, durch die direkte Konkurrenz der „Liste Pilz“ rund die Hälfte ihrer Unterstützung verloren. Einer der Hauptgründe für diese Spaltung war die scharfe Islamkritik von links, die Peter Pilz seit einiger Zeit von sich gibt. Auch er hat sich mehrfach einwanderungskritisch geäußert und mit einem internen „Österreich Zuerst“ Papier sogar direkt FPÖ-Diktion übernommen.

Die Kritik der Masseneinwanderung und ein Ende der illegalen Migration sind in Österreich Mainstream geworden. Das ist das Ergebnis eines jahrelangen Kampfs konservativer Kräfte, sowie der eifrigen „Mithilfe“ ihrer ewigen besten Verbündeten: der Realität.

Der „Strache-Effekt“ ist für die FPÖ selbst natürlich etwas bitter. Jahrelang war sie themenführend und lehrte die Regierungsparteien das Fürchten. Jetzt, in den letzten Metern vor dem Zieleinlauf, schnappt ihr die ÖVP mit einem türkisen Make-up den ersten Platz weg. So könnte es scheinen, wenn man die Lage rein aus parteipolitischer Sicht beurteilt. Ich persönlich sehe die ganze Sache etwas pragmatischer.

Die FPÖ hat als idealistische Protestpartei notwendig ein begrenzteres Stimmenvolumen als die bürgerlich-sanfte ÖVP. Die sozialen Kosten sich zu den Blauen zu bekennen sind einfach immer noch höher. Kurz wählen, das ist eine angenehme konformistische Revolte, die man auch im linksliberalen Freundeskreis verkünden kann, ohne als Unmensch betrachtet zu werden. Geschickt umgibt sich Kurz mit begabten Persönlichkeiten wie etwa dem islamkritischen Ex-Grünen Efgani Dönmez und meidet jede scharfe Rethorik.

Dennoch ist der „Rechtsruck“ der ÖVP unter ihm unverkennbar. Ob es reine Lippenbekenntnisse sind oder nicht, wird die Zukunft zeigen. Das allein hat aber das gesellschaftliche Klima bereits nachhaltig verändert. Die mögliche politische Durchsetzung der Ansätze von Sebastian Kurz, die konsequent fortgeführt eine Politik der Deislamisierung, Remigration und Grenzschließung bedeuten, wird womöglich erst in diesem veränderten Klima möglich. Kurz‘ neuer Kurs bedeutet teilweise eine opportunistische Anpassung, aber teilweise auch die Ausweitung und Stabilisierung dieses Umschwungs.

Die Aufgabe der FPÖ als parlamentarischen und der IBÖ als außerparlamentarische Kraft des idealistischen Patriotismus ist klar: Ob als Regierungspartner oder als Opposition muss die Umsetzung der Ankündigungen eingefordert werden. Da Einwanderungskritik Mainstream geworden ist, darf man nicht in beleidigter „wir wussen es schon vorher“-Haltung verharren, sondern muss sofort mit der Forderung nach Remigration der Illegalen nachsetzen.

Der Erfolg der ÖVP ist ihrer Reaktion auf die Themen geschuldet in denen wir die Themenführung innehaben. Wird einem das bewusst, wird der „Strache-Effekt“ zum Werkzeug. Kurz könnte sogar wirklich zum Segen für meine Heimat werden. Der Grund für diese Überlegung ist einfach: Die FPÖ hat aufgrund ihres medial gemachten „Images“ gewisse Stimmenobergrenzen, die es für eine blau gefärbte ÖVP nicht gibt. Eine solche ÖVP kann Wähler gewinnen, die noch immer nicht bereit sind, das blaue Original zu wählen.

Somit erreichen beide Parteien gemeinsam, selbst wenn der erste Platz der ÖVP auf Kosten der FPÖ geht, womöglich mehr Stimmen, als wenn ihre Plätze vertauscht wären. Ich spekuliere hier ein wenig, doch ich glaube die Grundannahme stimmt: die national-konservative absolute Mehrheit, die es im Österreichischen Parlament bald geben wird, war vor allem durch Kurz‘ Imagewandel möglich.

Sollte er es nicht schaffen, seine Versprechen einzulösen und in der Umsetzung entzaubert werden, wird die FPÖ bald wieder auf den ersten Platz rücken. Dank eines hervorragenden Wahlkampfs und nicht zuletzt Norbert Hofers gutes Abschneiden in der Präsidentschaftswahl, schwindet die emotionale Barriere, die die Medien aufgebaut haben, zusehends. Sollte es hingegen eine schwarz-blaue Regierung schaffen, Österreich auf den Kurs der Visegrad-Staaten zu bringen, ist genau das erreicht, was wir Patrioten anstreben.

In jedem Fall scheint es in der Alpenrepublik in die richtige, nämlich die rechte Richtung zu gehen. Als erstes „westeuropäisches“ Land könnte Österreich daher aus dem linksliberalen Multikulti-Kurs ausbrechen, und sich am Beispiel von Orban und Co. orientieren.

Es sind fantastische Aussichten und großartige Zeiten für Patrioten. Wenn wir jetzt nicht nachlassen, sondern die Macht erkennen, die wir als Avantgarde und Themenführer haben, kann Österreich zum Vorbild für ganz Europa werden.

 

Martin Sellner ist Ko-Leiter der Identitären Bewegung Österreich und Mitbegründer von Defend Europe. Sein Buch „Identitär! Geschichte eines Aufbruchs“ ist bei Antaios erschienen.

 

 

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama..

.
Medizinskandal Herzinfarkt