Lindner & Rosenfeld: Friends with Benefits?

(Bild: JouWatch)
Christian Lindner (FDP) (Bild: JouWatch)

Der Schuss ging wohl nach hinten los: Durch den Skandal um eine vermutlich gefälschte E-Mail von AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel wurde vielen erst bewusst, dass FDP-Frontrunner Christian Lindner mit der stellvertrenden Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld der Merkel-nahen Welt/N24 verheiratet ist – eine für beide Seiten nützliche Zweckehe?

Vielen Mainstream-Medien hatten die “Welt“-Vorwürfe ungeprüft übernommen. Langsam kommen auch die MSM nicht umhin, über den größten Skandal des ohnehin schon an Skandalen reichen Bundestagswahlkampfs 2017 zu berichten.

Mainstreamler äußern sich zum Weidel-Gate

Der „Münchener Merkur“ berichtete gestern über Weidel-Gate und den Kommentar dazu von DDR-Bürgerrechtsaktivistin Vera Lengsfeld: „Was hier betrieben wird, ist der Versuch einer gnadenlosen medialen Hinrichtung auf Grund von mehr als äußerst fragwürdigen Indizien. Das hat mit Journalismus nichts mehr zu tun. Einer der Autoren ist ein exzellenter Kenner der Stasiakten. Wenigstens er hätte erkennen müssen, dass diese Art von Journalismus den Zersetzungsmaßnahmen der Staatssicherheit ähnelt.“

„Aussitzen“ in bester Merkel/Kohl-Manier heißt es inzwischen bei der „Welt“. Statt sich zu den Vorwürfen zu äußern – wie sie es wohl getan hätten wenn sie sich ihrer Sache samt „eidesstattlicher Erklärung“ und Befangenheitsdementi sicher wäre – trat sie die Flucht nach vorn an und ließ die Jubelgenossen antreten: „Wir feiern Geburtstag! Am 12. September feiern wir, und ich möchte Sie herzlich einladen, mit uns zu feiern: An diesem Tag gibt es seit einem Jahr WELTplus…“ schrieb Chefredakteur Ulf Poschardt.

Dazu durfte in einem Artikel „Die Geschichten hinter den Geschichten“ als besonderes Geburtstagsgeschenk an erster Stelle die umstrittene Dagmar Rosenfeld darüber schwadronieren, wie toll es doch gewesen war, einen „Arbeiter“ der sich „von der Politik nicht mehr wahrgenommen fühlt“ mit seiner Hoheit Wolfgang Schäuble zusammenzubringen: „So trafen sich Johann Hipp und zwei unserer Leser, die seine Bekenntnisse leidenschaftlich kommentiert hatten, mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bei uns im Verlag. Ein gemeinsamer Versuch, die Kluft zu überwinden. Es wurde eine ehrliche, offene und auch überraschende Begegnung.“

Es wurde eher ein kläglicher Versuch Dagmar Rosenfelds, die entstandene Vertrauenskluft zum Leser zu überwinden. Heute durfte eine Sarah Pines über „Die deutschen Politiker im Style-Check“ schreiben, wie um den peinlichen „Stiltipp“-Artikel von Rosenfeld über ihren Mann Christian Lindner vergessen zu machen. Lindner wurde diesmal weniger erwähnt als Weidel, süffisante Bemerkungen über den 76-jährigen Alexander Gauland blieben dieses Mal aus.

Herr und Frau Lindner 

Christian Lindner gilt als politischer Ziehsohn des 2016 verstorbenen Guido Westerwelle, der ihn 2009 zum Generalsekretär der FDP berief und für den er 2016 eine bewegende Trauerrede hielt. Aufgrund der Freundschaft zu Westerwelle gab es immer wieder Spekulationen um eine angebliche Homosexualität Lindners. Nach Lindners plötzlichen Rücktritt als Generalsekretär 2011 schrieb der schwule Blog „GayWest“: „Der einzige Höhepunkt, den die FDP zur Zeit noch erzielt, ist eine Steigerung des Verkehrs bei GayWest, weil die Leute als Suchbegriff „christian lindner schwul“ eingeben. Aber ist die Annahme, Lindner sei aus politischen Gründen zurückgetreten, denn so absurd?“

Christian Lindner und Dagmar Rosenfeld lernten sich 2009 auf Parteiterminen kennen und heirateten 2011. Rosenfeld ist 7 Jahre älter, die Ehe blieb kinderlos. „Selbst an Wochenenden sieht Rosenfeld ihren Christian oft nur selten. Er muss auf Parteitage, in die ARD-Sendung „Anne Will“ – für romantische Abendessen bei Kerzenschein bleibt wenig Zeit“, schrieb die Bild-Zeitung 2011.

Dagmar Rosenfeld wechselte zum 1.1. 2017 von der Zeit zur Welt, als Ulf Poschardt beim Springer-Flaggschiff Chefredakteur wurde. Ulf Poschardt war 1996 bis 2000 Chefredakteur des Süddeutsche Zeitung Magazins. „Im Skandal um Tom Kummer stellte sich heraus, dass Poschardt dessen gefälschte Interviews und Storys ungeprüft publiziert hatte. Daraufhin wurde ihm von der SZ gekündigt und er wurde im Januar 2001 als Berater der Chefredaktion der Welt am Sonntag angestellt. Im Juli 2001 wurde er dort Creative Director“ (Wikipedia). Poschardt hatte sich bereits 2005 für die FDP ausgesprochen.

So werden neue Regierungsbündnisse dem Volk schmackhaft gemacht

AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen schrieb dazu: „Damit ist dann nämlich wohl klar, wo die „Welt“ steht: Die traditionelle CDU- und Merkel-Nähe, bedingt auch durch die persönliche Freundschaft von Angela Merkel zu Friede Springer, hat nun also – rechtzeitig vor der Bundestagswahl – eine passende Ergänzung erfahren. Genau so werden neue Regierungsbündnisse dem Volk schmackhaft gemacht… Das Medienkartell bereitet Deutschland derzeit glasklar auf schwarz-gelb-grün vor – die sogenannte „Jamaika-Koalition“ soll also in den nächsten vier Jahren die katastrophale Politik der Kanzlerdarstellerin mit der zu erwartenden Bundestagsmehrheit weiter kritiklos abnicken.“

Eine JouWatch-Leserin schrieb dazu: „Ich habe gestern mein 25-Jahre bestehendes WamS Abo gekündigt. Wegen der unsachlichen Hetze der Springer Presse.“ (CM)

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