Ist die Weidel-Mail der WamS eine plumpe Fälschung?

(Bild: JouWatch)
Wer steckt dahinter? (Bild: JouWatch)

Der Wahlkampf geht in die heiße Phase, und die schmutzigen Tricks werden immer verzweifelter: Am Wochenende veröffentlichte die Merkel-nahe „Welt am Sonntag“ Berichte  zu einer angeblich „rassistischen“ E-Mail von AfD-Spizenkandidatin Alice Weidel. Andere Beobachter halten die Mail für eine plumpe Fälschung.

Die „WamS“ veröffentlichte am Samstagabend den Wortlaut der angeblichen E-Mail. Darin werden Araber, Sinti und Roma als „kulturfremde Völker“ bezeichnet, von denen „wir“ „überschwemmt“ werden.  Auch werde die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verunglimpft, berichtet die Zeitung unter Bezug auf die E-Mail. Darin sei von „Schweinen“ die Rede, die „Marionetten der Siegermächte“ des Zweiten Weltkriegs seien. Kritisiert werde ferner, dass Deutschland nicht souverän und die Justiz bis hinauf zum Bundesverfassungsgericht korrumpiert sei“, schrieb die Welt.

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland hat den Bericht scharf zurückgewiesen. „Das ist der niederträchtige Versuch, das schöne Gesicht von Alice Weidel zu zerkratzen“, sagte Gauland der Bild-Zeitung. „Diese E-Mail ist nicht ihre Sprache, passt gar nicht zu ihr. Es ist der üble Versuch, die AfD um jeden Preis aus dem Bundestag zu halten.“ Gauland nannte es „eine erbärmliche Kampagne, an der sich auch die Medien beteiligen“. Weidel bezeichnete den Vorgang im Gespräch mit der Welt als „unfassbar“ und nannte es eine „plumpe Kampagne“. AfD-Sprecher Christian Lüth bezeichnete die Mail als „Fälschung”.

PI-News Autor Johannes Daniels will jetzt herausgefunden haben, dass die Mail eine copy/paste Fälschung aus diversen anderen Quellen sei: „Die digitale Fälschung einer E-Mail können heute jedoch die meisten Grundschüler bereits auf ihrem Smartphone bewerkstelligen. Sie hätten wenigstens eine durchgehende Typographie verwendet. Das vergaß der Fälscher. Der verwendete Text ist eine copy&paste-Verballhornung u.a. aus Texten von Hans Magnus Enzensberger („molekulare Bürgerkriege“) aus dem Jahr 1993 und etwas „Social-Media-Geplänkel mit Verschwörungs-Dressing… Hinsichtlich der „kulturfremden Massenüberschwemmung“, die erst genau zwei Jahre später erfolgte, hätte Alice Weidel zumindest prophetische Gaben besessen, wie man sie sich von Politikern nur wünschen könnte.“

„Daniels“ schreibt unter einem Pseudonym bei PI-News, ist aber für seine lange Erfahrung und seine akribische Recherche zu Themen wie der Verbindung zur Münchener Freimann-Moschee zum 11. September bekannt (JouWatch berichtete). Nun wies er darauf hin, dass FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner, derzeit in einem Kopf-an-Kopf Rennen mit Weidel um den dritten Platz im Bundestag, seit 2011 mit der stellvertretenden Chefredakteurin der WamS Dagmar Rosenfeld-Lindner verheiratet ist.

Und nun veröffentliche die WamS zwei Wochen vor der Wahl diese „plötzlich aufgetauchte“ E-Mail, die tatsächlich zusammengeschustert aussieht. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Vielleicht könnte die Welt als nächsten „Skandal“ das Enthüllungsporträt aus dem Jahr 2013 von Historiker Ralf Georg Reuth und Journalist Günther Lachmann in ihrem Buch „Das erste Leben der Angela M.“ wiederaufgreifen, welches der Focus veröffentlicht hat:

Wie Merkels Engagement in der FDJ ihres Instituts aussah, darüber gibt das Buch detailliert Auskunft: Merkel war als „Propagandistin“ für die FDJ tätig. „Die Propagandisten wurden regelmäßig von der Kreisleitung geschult. Von dort bekamen sie auch die Themen für Veranstaltungen vorgegeben, die sie an ihrem Institut in aller Regel ein- bis zweimal im Monat abzuhalten hatten. Dabei ging es um Fragen des Marxismus-Leninismus, um die Auswertung von SED-Parteitagen sowie um die aktuelle Auseinandersetzung mit dem Klassenfeind.

Zeitzeugen, die Reuth und Lachmann anführen, bestätigen dies: „Angela Merkel war Sekretärin für Agitation und Propaganda“, erklärt ihr damaliger Akademie-Kollege, der Mathematiker Gunter Walther. „Aber auch Hans-Jörg Osten sagt es, der im Oktober 1981 für Walther FDJ-Sekretär der Grundorganisation am Institut wurde und damals ebenfalls ein guter Freund von ihr war. Als Beauftragte für Agitation und Propaganda sei sie für das sogenannte Studienjahr zuständig gewesen, beteuern die beiden. So etwas gab es auch bei der SED, da hieß es genauso, erinnert sich Walther.“

Merkel selbst bestreitet diese Rolle. Sie sei „Kulturbeauftragte“ gewesen und habe lediglich „Theaterkarten besorgt, Buchlesungen organisiert“, sagte sie 1991 in einem Interview mit der FAZ.

Merkels späterer Förderer, der ehemalige Bundesverkehrsminister Günther Krause, widerspricht im Buch dieser Darstellung vehement: „Sie sei zweifellos Sekretärin für Agitation und Propaganda gewesen. Sie hat dort nicht die idealistische Weltanschauung der CDU propagiert, sondern Marxismus-Leninismus (…) Agitation und Propaganda, da ist man verantwortlich für die Gehirnwäsche im Sinne des Marxismus. Das war ihre Aufgabe, und das war keine Kulturarbeit. Agitation und Propaganda, das war die Truppe, die alles, was man in der DDR zu glauben hatte, in die Gehirne der Leute abzufüllen hatte mit allen ideologischen Tricks, sagt Krause. Und was mich ärgert an dieser Frau, ist schlicht und einfach der Sachverhalt, dass sie nicht zugibt, in der DDR eine Systemnähe gehabt zu haben. Sie war fachlich nicht unverzichtbar an der Akademie der Wissenschaften. Sie war aber durchaus nutzbar als Pfarrerstochter im Sinne des Marxismus-Leninismus. Und das verdrängt sie. Das ist aber die Wahrheit.“

(Bild: Screenshot)
„Stümperhaft Zusammengeschustert“? Die angebliche Weidel-Mail (Bild: Screenshot)

„Unfassbar plumpe Kampagne“: Alice Weidel beim Welt Wahlchat:

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