Wie man die Eliten auf die Grenzöffnung einschwört

Durch ESB Professional
Alles offen (Durch ESB Professional)

Das Magazin The Economist gehörte einmal zu den solidesten und fundiertesten Magazinen der Welt. Noch immer wird es von Entscheidungsträgern weltweit gelesen und hat mit seiner redaktionellen Ausrichtung so viel Einfluss auf die Weltpolitik wie wenig. In den letzten Jahren aber schwenkte auch der im Besitz der Familien Rothschild und Agnelli befindliche Economist auf die linksprogressive Linie ein.

Von Ingmar Blessing

Das Motto des Magazins lautet „teilzunehmen am ernsten Wettbewerb zwischen Intelligenz, die nach vorne drängt und der unwerter Ignoranz, die unseren Fortschritt zurückhält,“ und offenbar konzentriert man sich inzwischen vor allem auf den zweiten Teil des Mottos. Immer öfters finden sich beispielsweise Artikel von „Fachleuten“ zum Thema Gender und anderen linksprogressiven Dogmen, die als wissenschaftlich fundiert hingestellt werden und selbstverständlich drischt man auch beim Economist klassisch mainstreammedial auf Donald Trump ein.

Eine wahre Perle globalistischen Übermutes leistete sich das Magazin aber mit einem Artikel, in dem die Frage besprochen wird, was wohl passieren würde, wenn man alle Grenzen öffnet. Die Antwort auf die Frage gibt der Artikel bereits im Titel: „If borders were open: The $78 trillion free lunch,“ auf deutsch „Wenn die Grenzen offen wären: Das freie Mittagessen für 78 Billionen Dollar“ und man wird nicht enttäuscht in seiner Erwartung. Gegenargumente finden sich in dem 1.800-Wort-Traktat eher keine.

„Free Lunch“ ist eine Anlehnung an Margaret Thatcher, die einst meinte „there is no free lunch“ im dem Sinne, dass es nichts kostenlos gibt und irgend jemand immer die Rechnung zahlen muss. Offenbar aber ist man beim Economist anderer Meinung, wenn es um die Grenzöffnung für alles und jeden geht. Für den Artikel werden die beiden Ökonomen Bryan Caplan and Vipul Naik bemüht, bei denen es sich um standfeste Befürworter von Grenzöffnungen handelt und die nun im Economist prominent ihre Ideen unters Entscheidervolk bringen dürfen.

Öffnet ein Land seine Grenzen, dann brennt laut der beiden ein wahres Feuerwerk der Wohlstandsmehrung ab. Hilfsarbeiter etwa werden plötzlich produktiver, da ihnen in der neuen Heimat plötzlich die Arbeitsmittel zur Verfügung stehen, die es in der alten Heimat nicht gab. Mexikaner beispielsweise können mit einem Umzug in die USA das zweieinhalbfache herausholen und sich von 2 auf 5 Dollar steigern und eine Nigerianerin ist sogar in der Lage, ihren Stundensatz als römische Bordsteinschwalbe von 30 Cent auf über 3 Euro zu verzehnfachen. Was mit den einheimischen ungelernten Arbeitern geschieht wird selbstverständlich nicht erwähnt. Auch nicht, dass hier das Phänomen des Lumpenproletariats positiv dargestellt wird.

Für die Herrn Caplan und Naik macht das alles Sinn, da es „wirtschaftlich so sinnlos ist, Nigerianer dazu zu bringen in Nigeria zu bleiben, wie Gemüseanbau in der Antarktis zu betreiben“. Es sei auch viel einfacher, Menschen aus kaputten Ländern in funktionierende Staatswesen hereinzulassen, als dort zu versuchen funktionierende Institutionen zu bauen. Rassismus ist das natürlich nicht, auch wenn es effektiv bedeutet, dass man die Hoffnung aufgegeben hat, dass aus der Dritten Welt noch etwas wird.

Natürlich, so der Artikel, ist die Angst verständlich, dass die Menschen aus der Dritten Welt ihre Armut, Konflikte und kulturellen Eigenheiten mitbringen, aber – und das steht da wirklich – „gibt es nur wenige tatsächliche Beweise dafür jenseits subjektiver Eindrücke.“ In Schweden beispielsweise begehen Migranten zwar mehr Verbrechen als Einheimische, aber das seien fast ausschließlich junge Männer. Welche Schlussfolgerung der Leser daraus ziehen soll wird leider nicht ganz klar. Ebenso wenig werden Lösungsvorschläge ausgebreitet für den Fall, dass wenn genügend von ihnen da sind, dann „könnten sie für eine islamistische Regierung stimmen oder eine, welche die Steuern für die Einheimischen erhöht, um das Geld den Neuankömmlingen zukommen zu lassen.“ Der Name Özguz ist offenbar weder der den beiden Ökonomen bekannt, noch der Redaktion des Economist. Aber immerhin, sie haben ein mögliches, beziehungsweise bereits bestehendes Problemfeld einmal angesprochen.

Ganz wichtig ist noch, dass im Artikel nicht die Abschaffung von Nationalstaaten gemeint ist, sondern „nur“ die Abschaffung ihrer Grenzen. Inwieweit das einen Unterschied macht für den Tagesbetrieb von Drogen- und Waffenschmuggel oder die „nur noch relative“ Verarmung der Bevölkerung, bekommt man leider auch nicht näher erläutert.

Der Artikel enhält noch einige weitere Leckereien diesen Kalibers und trotzdem wundert sich der Autor des Textes darüber, dass „in den meisten Ländern weniger als 10% dafür sind“ die Grenzen zu öffnen, da doch eben diese 78 Billionen Dollar auf eine Verteilung nach oben zu diesen 10% warten und „die Risiken mit etwas kreativem Denken abgemildert werden könnten“. Letzteres stand groß, fett gedruckt und in rot im Artikel, damits auch wirklich jeder ließt, der den Text überfliegt. Differenziertes Abwägen, so scheint es, ist im Jahr 2017 auch beim Economist nazi.

Wer Englisch beherrscht, der sollte sich den Artikel wirklich einmal durchlesen. Denn es sind Artikel wie dieser, welche der Indoktrination der Funktionselite dienen – oder jenen, die sich dafür halten und die meinen Qualität zu bekommen, wenn sie viel Geld für ein Hochglanzmagazin ausgeben. Der Economist ist auch beileibe nicht das einzige Heft, das sich von einem Kanal für Nachrichten und Information in einen für Propaganda und Indoktrination gewandelt hat.

Es ist zu hoffen, dass nicht nur genügend Leser diesen billigen Manipulationsversuch durchblicken, sondern auch Konsequenzen ziehen und das Magazin nicht mehr kaufen.

Wandere aus, solange es noch geht!
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