Neues vom nordischen Narrenschiff: Schwedens Häftlinge verlangen besseres Klopapier

(Foto: Durch Evan Lorne/Shutterstock
Ein Stein des Anstoßes in einem schwedischen Gefängnis (Foto: Durch Evan Lorne/Shutterstock)

Realsatire vom Feinsten.

Von Ingmar Blessing

Insassen eines schwedischen Gefängnisses haben sich beim Ombudsmann für Justiz über die Qualität des Klopapiers in ihrer Haftanstalt beschwert, wie das schwedische Staatsfernsehen SVT berichtet.

Laut The Local handelt es sich bei den Beschwerdeführern um Häftlinge aus dem Hochsicherheitsgefängnis Salberga in der Nähe von Västras, also Mörder und sonstige Schwerverbrecher, die selbst für Mitgefangene als gefährlich gelten. Sie bemängeln nun, dass sie neuerdings nicht nur weniger Toilettenpapier bekommen, sondern es überdies auch in der Qualität nachgelassen hat. Eine weitere Änderung bei der Handhabung des Hygieneartikels besteht darin, dass eine scharfe Begrenzung auf zwei Rollen pro Häftling und Woche eingeführt wurde – also etwa 10 Blatt pro Stunde. Davor konnten sie unbegrenzt viele Rollen für sich nehmen.

Hinter der Beschwerde über das neue „harte, unbequeme und einlagige“ Produkt steckt offenbar ein ganzer Leidenskomplex. Seitens der Häftlinge hieß es: „Als Strafgefangener muss man das Essen akzeptieren, das einem vorgesetzt wird… es ist eine Kombination aus Stress, Ängsten und das schlägt sich auf den Magen nieder, was zu einer erhöhten Stuhlgangfrequenz führen kann.“

Ihre offizielle Beschwerde beim Ombudsmann reichten die Häftlinge ein, nachdem sie von den Wärtern in der Sache brüsk zurückgewiesen wurden mit dem Hinweis, dass sie eben „nicht mehr so oft kacken“ sollen.

Die Gemeinde hinter den schwedischen Gardinen von Salberga ist dem Ombudsmann nicht unbekannt. Bei The Local heisst es, dass sie sich im letzten Jahr bei diesem über die Unterbeschäftigung im Gefängnis beschwert haben. Anstatt über den Grund nachzudenken weshalb sie dort einsitzen, wollten sie lieber Weihnachtsfeste feiern, Gitarrenstunden bekommen, Malkurse besuchen und Häkeln lernen.

Da die Gefängnisleitung diesen Forderungen tatsächlich nachkam und der Ombudsmann daher keine offizielle Rüge aussprechen musste, entschieden sich die Insassen nun dazu, es mit dem Klopapier zu versuchen.

Ob die Kosteneinsparungen bei dem Hygieneartikel erfolgten, um die Gitarrenstunden finanzieren zu können, ist unbekannt.

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