Merkel im Traumland

Foto: Durch Noyan Poyraz Yalcin/Shutterstock
Nach der Arbeit geht's nach Hause (Foto: Durch Noyan Poyraz Yalcin/Shutterstock)

„Zum Auftakt der heißen Phase vor der Bundestagswahl 2017 hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das Ziel der Vollbeschäftigung in Deutschland bis zum Jahr 2025 ausgegeben. Bis dann solle die Arbeitslosigkeit unter drei Prozent sinken.“

Die Arbeitslosigkeit soll unter drei Prozent sinken? Freudscher Versprecher oder eben doch Realität, daß die Arbeitslosigkeit eben nicht unter drei Prozent liegt, wie seit Jahren veröffentlicht und behauptet.

Ein Kommentar von Thomas Schlawig

Im Mai 2016 war die Arbeitslosigkeit laut BfA so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr. Allerdings hatte diese Rechnung einen kleinen Schönheitsfehler. Wenn Arbeitslose krank sind, einen Ein-Euro-Job haben oder an Weiterbildungen teilnehmen, werden sie nicht als arbeitslos gezählt. Ebenso ergeht es Arbeitslosen über 58 Jahren, Menschen, die sich in einer „Fortbildung“ befinden und so weiter und so fort. Zitat:  Obwohl die Arbeitslosigkeit derzeit so niedrig ist wie seit 1991 nicht mehr, erhielten im Mai 2016 laut Bundesagentur für Arbeit insgesamt 6,91 Millionen Menschen Arbeitslosengeld oder Hartz-IV-Leistungen. Das sind fast zweieinhalb Mal so viele Menschen wie vor 25 Jahren. Diejenigen, die freiwillig oder unfreiwillig auf Hilfen verzichten, sind dabei nicht einmal eingerechnet.“

Und da schwätzt eine Frau Merkel von Vollbeschäftigung bis zum Jahr 2025. Mehr Realiltätsverweigerung ist kaum möglich.

„Mit Blick auf die Leiharbeit sagte Merkel, es gebe die Erfahrung, dass „da, wo etwas gesetzlich nicht geregelt ist, Unternehmen auch maßlos davon Gebrauch gemacht haben“. Soziale Marktwirtschaft sei daher „nichts, was von allein funktioniert“. Es bedürfe „immer wieder des politischen Eingreifens weil ansonsten Lücken genutzt werden in einer Weise, die nicht akzeptabel ist“.

Frau Merkel, die soziale Marktwirtschaft hat über Jahrzehnte gut funktioniert. Genau so lange nämlich, bis die „Politik“ es für nötig erachtete „regulierend“ einzugreifen. Aus einer gut funktionierenden Marktwirtschaft ist eine sozialistische Planwirtschaft geworden. Das diese nicht funktioniert, hat der „real existierende Sozialismus“ in allen Ostblockstaaten gezeigt. Die unsägliche Leiharbeit, die moderne Sklavenarbeit, ist von der „Politik“ eingeführt worden. Und wie immer, wenn Planwirtschaft nicht funktioniert, sucht die „Politik“ den Schuldigen in der Wirtschaft.

Es ist schon interessant zu sehen, wie die Leiharbeit unter der Regentschaft von Merkel zugenommen hat. Dieselbe Merkel, welche den „maßlosen Gebrauch“ anprangert, weil er „nicht gesetzlich geregelt“ ist.

Und so interessant wie die Entwicklung der Leiharbeit seit dem Jahr 2005 sich darstellt, nämlich aufwärts, so kurios ist die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen seit dem Jahr 2005 abwärts. Seit Merkel das Ruder in der Hand hat sind die Arbeitslosenzahlen von 4,86 auf sagenhafte 2,61 Mio. im Jahresdurchschnitt gesunken. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Es bleibt zu hoffen, daß am Wahlergebnis der BTW 2017 nicht ebenso kreativ reguliert wird. Wie sagte Winston Churchill einst: „Traue keiner Statistik, welche Du nicht selbst gefälscht hast.“

Und letztlich stellt sich schließlich die Frage, wo sind eigentlich statistisch die vielen Hartz IV-Empfänger geparkt worden? Immerhin 4.410.115 Mio. an der Zahl.

Fazit, alles in allem sieht die amtliche Statistik eben doch nicht so rosig aus, wie monatlich beschlossen und verkündet. Und somit kann die Ankündigung von Merkel, bis zum Jahr 2025 Vollbeschäftigung zu schaffen getrost als eines abgetan werden. Nämlich als….