Preisfrage: Wie hoch ist der Spritverbrauch eines Flüchtlingsbootes?

Power To The People (Foto: Facebook-Screenshot)

Bei Facebook habe ich dieses nette Bild gefunden: Es zeigt ein Flüchtlingsboot, vollbesetzt mit Männern in Schwimmwesten.

Power To The People (Foto: Facebook-Screenshot)

Da stellen sich dann doch einige Fragen. Wenn dieser Yamaha-Außenborder in der Absicht an die Gummiwurst geklebt worden sein sollte, damit 500 Kilometer bis zur sizilianischen Küste zurückzulegen – und zwar flott, dann gehören dem ein paar Maulschellen, der ihn da hingeklebt hat. Das Ding hat vierzig PS. Das reicht, um die schwere Gummiwurst mit 7 km/h übers Mittelmeer zu drücken. Reisedauer 500 km: Drei Tage. Verbrauch bei Dauervolllast: Knapp eine Tonne Sprit. Wo hätten wir denn den? In den Schwimmwesten vielleicht? Und wie schaut´s aus mit Wasser für die Passagiere in der Holzklasse? Haben wir welches dabei? Wenn wir welches in ausreichender Menge dabei gehabt hätten, wo wäre dieses Foto dann aufgenommen worden? Auf dem Wasser oder unter dem Wasser?

Aber egal jetzt, die Story geht so: Todesmutig stürzen sich die Verzweifelten dieser Erde, zufällig alle schwarz, in hochseetaugliche Gummiwürste, machen einen Zimmerventilator als Außenborder dran und geben die sozial ganz wild benachteiligten Seeräuber, welche auf der anderen Seite des Meeres, voll der Zuversicht in die eigene Kampfkraft, ihr Paradies kapern werden. Klingt plausibel, oder? – Ja, hallo?

Tatsache ist: Die Gummiwürste sind so etwas wie auf 12 Meilen verlängerte Anlegestege. Wäre es anders, müsste man sich ernsthaft fragen, was, außer einem Haufen Ärger, man  sonst noch davon hätte, sich Leute ins Land zu holen, die mit hundert anderen in eine aufgeblasene Gummiwurst hüpfen, um ohne jeglichen Sonnenschutz, ohne ausreichend Sprit und ohne Wasser mit einem 40 PS-Außenborder nach Sizilien überzusetzen. Es gäbe deutsche Schäferhunde, die klüger wären.

Mit anderen Worten: Die Seenotrettung wird inszeniert. (ME)