Ist Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zur AfD übergelaufen?

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Es sieht so aus, als ob die AfD in Bayern prominenten Zulauf erhält. Zumindest von den politischen Positionen scheint zwischen den CDU-Bettvorleger, der CSU und der AfD kein Blatt Papier mehr zu passen. Oder befinden wir uns etwa im Wahlkampf, wo jetzt fast jede der etablierten Parteien sich den blauen, ansonsten doch so verachteten Mantel der AfD übergezogen hat:

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) befürwortet die Rückführung von Bootsflüchtlingen nach Libyen. Es müsse „in Zukunft kein Automatismus mehr sein, dass jeder, der aus dem Mittelmeer gefischt wird, automatisch nach Sizilien oder Süditalien gebracht wird“, sagte der CSU-Politiker im „Deutschlandfunk“. Auch wenn man natürlich alle vor dem Ertrinken retten müsse, gelte es, die Flüchtlinge „eher wieder an die afrikanische Küste zurückzubringen“.

Herrmann sprach sich auch dafür aus, Flüchtlingscamps in Afrika zu errichten. Es sei richtig, dass „entsprechende Camps, zum Beispiel in Libyen oder in anderen nordafrikanischen Ländern errichtet werden“, sagte er. Diese Camps müssten auch von Deutschland unterstützt werden.

„Dann geht es darum, dass es dort genügend zu essen und zu trinken gibt, dass es dort Schulbildung für die Kinder gibt“, sagte Herrmann weiter. Damit schaffe man auch eine Perspektive auf dem afrikanischen Festland. (Quelle: dts)

Bereits im November letzten Jahres, als eben noch nicht vom Wahlkampf die Rede war gab AfD-Gauland schon die richtigen Tipps:

„Erweiterte Befugnisse für die Grenzschutzbehörde Frontex sind gut, nur nützen sie leider nicht viel, wenn die Beamten, die Migranten, die mit Booten über das Mittelmeer fahren, lediglich aufgreifen und nach Italien weitergebringen.

Frontex muß direkt vor den Küsten der afrikanischen Länder patrouillieren, um die Menschen in den Booten direkt wieder in die Länder, von denen sie gestartet sind, zurückzubringen. Australien macht es uns erfolgreich vor: Die sogenannten boat-people werden durch diese konsequente Rückbringungs-Maßnahmen abgeschreckt; die Zahl der Migranten hat sich dort dadurch bedeutend verringert.

Wenn Frontex die Menschen auf dem Mittelmeer weiterhin einfach nach Italien bringt, spielt das der organisierten Kriminalität und den Schleppern in die Hände. Sie brauchen nur zu warten, bis ihre Boote von Frontex gerettet werden und ihr Geschäft ist erledigt. Frontex sollte sich verstärkt auf die Bekämpfung dieser Banden konzentrieren und die Migranten-Boote sofort wieder in ihren Heimathafen geleiten.“

Wahrlich, die Flüchtlingskrise ist zum Wahlkampfthema geworden. Allerdings wird nur die AfD auch nach der Wahl dieses Thema weiter im Fokus behalten.