EU bereitet die nächste Volksbeglückung auf Kosten der Steuerzahler vor

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Urlaub mit der Bahn -auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung. Das könnte der EU so passen (Foto: Durch nd3000/Shutterstock)

Nachdem der Plan bereits vor einem Jahr ausgeheckt wurde, soll er nun Realität werden  das Budget-Komitee hat grünes Licht gegeben. Alle 18 jährigen EU Bürger sollen ein InterRail Ticket geschenkt bekommen.

Von Ingmar Blessing

Mit dem Ticket soll „Europa“ beworben werden, also jenes nach Vorstellung der Brüsseler Bürokraten, denen offenbar kein Bestechungsversuch zu teuer ist, um ihr Projekt dem Volk anzubiedern. Sogar Norwegen und die Schweiz sollen laut Express damit bereist werden können.

Wie es von der britischen eurokritischen Gruppe „Get Britain Out“ heißt, könnte das Vorhaben jährlich deutlich über 2 Milliarden Euro kosten, da die Jahrgangsstärke bei über 5 Millionen Personen liegt und ein InterRail Ticket in etwa zwischen 200 und 500 Euro kostet. Die Zeche zahlt selbstredend der weit entfernt in einem anderen Universum lebende Steuerzahler.

Anstatt sich um die wirklichen Probleme zu kümmern – es fallen hier vor allem die Stichworte Migrationskrise und Eurokrise ein – belässt es die EU also wieder einmal bei nett gemeinter Symbolpolitik im falschen Themenbereich, um es freundlich auszudrücken. Oder weniger freundlich: Um gedankenlos zwangsfinanzierte, scheißteure Propaganda.

Die Frage ist auch, was mit jenen 18 jährigen ist, die nicht auf Reisen gehen, weil sie beim Militärdienst sind oder lieber arbeiten gehen oder eine Ausbildung absolvieren. Effektiv werden sie es nämlich sein, die ihren hedonistischeren Altersgenossen einen mehrwöchigen bis mehrmonatigen Kostenlosurlaub spendieren dürfen. Das produktive Ende der Gesellschaft eines Landes muss also im Zweifel das unproduktive eines anderen Landes finanzieren, damit zweitere in das Land der ersteren reisen können – um diesen dann bei der Arbeit zuzusehen? Oder sollen am Ende alle 18 jährigen Europas zur Rucksackrundreise gezwungen werden?

Also eine Art temporäre Zwangsumsiedelung, die am Ende idealerweise mit vielen EU-Mischbabys endet, wie es insgeheim wohl so manchem Eurokraten im Oberstübchen herumgeistert? Das schlimme an dieser Vermutung ist, daß sie bei weitem weniger weit hergeholt ist, als es zu hoffen wäre.

Denn warum auch sonst wirft die EU Kommission Geld aus dem Fenster für eine Studie, die herausfinden soll, wie viele „Erasmusbabys“ es schon gab. Also wie viele Studenten, die das generöse EU Austauschprogramm nutzten, um bei ihrem Aufenthalt ein Kind zu zeugen. Diese Information ist irrelevant, sie hat keinen Mehrwert. Außer natürlich derjenige hat ein ideologisches Interesse daran. Und genau das liegt auch bei der InterRail Idee vor. Nicht Notwendigkeit. Nein, Vermessenheit.

Wäre die politische, gesellschaftliche und finanzielle Lage des Kontinents nicht zum Zerreisen angespannt, man könnte über diesen Vorschlag fast schon wieder lachen. Lachhaft ist es nämlich nicht nur, dass man wöchentlich mit halbgaren Ideen beglückt wird, gegen die man sich als Wähler dank dieses scheindemokratischen Gebarens nicht einmal wehren kann, sondern es auch immer schriller wird und die feinen Damen und Herren zu Brüssel offenbar wirklich nicht merken, auf was für einer schiefen Bahn sie sich gerade bewegen und es geradeaus in Richtung Betonwand geht.

Sachpolitik, Einsparungen, Effizienzsteigerungen, Transparenz, Rechenschaftspflicht und Ehrlichkeit- oder das Mindeste eines sich bereits für einen Föderalstaat haltende Gebilde: Die Grenzsicherung – all das wird ertränkt in gutem Rotwein und zugekleistert mit faulen Schönwetterkompromissen, was beides immer nur jene mit Geld, Geduld, Freiheit und Lebensqualität zahlen dürfen, die nicht dabei sind in der Runde der Politoligarchen zu Brüssel.

Es ist wirklich eine Frechheit, was sich Brüssel und allgemein die politische Kaste dieses Kontinents mittlerweile leistet. Ein Übermaß an Mut alleine genügt dafür schon nicht mehr. Zu viel ist bereits passiert und zu wenig geschieht politisch wie medial in die Gegenrichtung, als dass so etwas noch mit normaler Politik erklärt werden kann. Sind es Drogen? Ist es Erpressung? Sind am Ende die Brüsseler Wasserrohre aus Blei?

 

Normal ist das jedenfalls nicht mehr.