Linke Lebensführung wie immer: Wasser predigen – Wein saufen

Symbolfoto: Durch aastock/Shutterstock
Hier sehen Sie einen typischen Linken, der sich unbeobachtet fühlt (Symbolfoto: Durch aastock/Shutterstock)

Eine britische Labourabgeordnete betreibt Wahlkampf gegen weiterführende Schulen, schickt ihre eigenen Kinder aber trotzdem dorthin, linksprogressive US Oberschichtler haben auch gerne mehr Häuser als sie bewohnen können und in den USA löst sich eine marxistische Studentengruppe selbst auf, nachdem deren Mitglieder bemerken, dass sie allesamt weiß, männlich, priviligiert und keine Arbeiter sind.

Von Ingmar Blessing

Nachdem in den letzten Jahren die politische Realität gnadenlos an der Fiktion vorbeigezogen ist und man meinen möchte (und geradezu hofft), dass die Spitze des Absurden hoffentlich bald erreicht ist, wird man schon vom nächsten Schwall dreist vorgelebter Idiotie überwältigt.

So geschehen mit der frisch gewählten britischen Labour Abgeordneten Rosie Duffield, die sich vor kurzem noch ganz der linkssozialistischen Parteilinie entsprechend gegen den Ausbau von „Grammar Schools“ aussprach, also weiterführenden öffentlichen Schulen. Kaum aber war die Wahl vorbei und ihr warmes Plätzchen im Unterhaus gesichert, da kam heraus, dass die gute Frau bei einer Veranstaltung erzählte, wie ihr ältester Sohn eine dieser Ausgeburten des Klassensystems besuchen würde und er es dort „ganz großartig“ findet. Der jüngere Sohn dagegen fühlte sich von den Anforderungen der Einrichtung überfordert und so versucht er es fortan – ganz der Mama folgend – intellektuell auf kleinerer Flamme woanders, wie der Express berichtet.

In ihrer grundsätzlichen Haltung gegen die in der Grafschaft Kent weit verbreiteten weiterführenden Schulen bleibt Frau Duffield aber hart: „Wir wissen, dass es nicht die Zukunft ist – es ist kein System der Gleichheit,“ sagte sie zum Thema. Na, da werden sich 50 Prozent ihres Nachwuchses aber freuen. Das sind prozentual immerhin deutlich mehr, als es in der Gesamtbevölkerung Wähler gibt, die mit der Labour Partei zufrieden sind.

Für den deutschen Untertanen, dem der Nacken schon schmerzt wegen des vielen Kopfschüttelns, ist das doch eine sehr beruhigende Nachricht. Hannelore Kraft mit ihren Kindern auf dem feinen Elitegymnasium anstatt auf der von ihr staatlich verordneten Restschule; der elterngewordene Teil der linksgrünprogressiven Welle aus Berlin, wo man bei der täglichen Fahrt zur besseren Schule mit dem SUV lieber die Stadtluft verpestet, als dass Malte-Torben zu Mehmet und Mohammed in die Klasse muss. Das sind offenbar keine spezifisch deutschen Probleme gelebter kognitiver Dissonanz, wir sind nicht alleine!

Und auch die häuslichen, nicht körperlichen Auswüchse eines Joschka Fischer haben inzwischen ihre Entsprechung im englischsprachigen Ausland. Nicht nur Al-Eisbärtod-Gore machte bereits Furore mit seiner Villa, die gefühlt so viel CO2 produziert wie ein mittelgroßes afrikanisches Land. Auch Bernie Sanders, der nur dank Hillary Clintons Trickbetrügereien verhinderte Beinahe-Präsidentschaftskandidat der Demokraten und Held der linksfühlenden US Jugend (die heute zu einem Gutteil im Keller der Eltern lebt), da er das Land in ein großes Schweden verwandeln wollte, mischt kräftig mit im kognitiven Dissonanzgeschäft. Vor nicht allzu langer Zeit leistete er sich ein Wochenendhäuschen und stockte damit seine Sammlung an Häusern auf drei auf. Wozu er drei Häuser und damit drei Keller braucht, obwohl er nur ein Kind hat, und an welchem Schweden er sich gerne orientieren würde – dem vor 1970 oder dem danach – ist nicht bekannt.

Es gibt aber auch vorbildliches von drüben zu berichten. Vor allem der Nachwuchs der Freunde des dialektischen Utopismus jenseits des Atlantiks sticht aktuell hervor.

Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat sich laut Campus Reform am Swarthmore College eine marxistische Studentengruppe selbst aufgelöst, nachdem deren Mitgliedern auffiel, dass sie allesamt „zu weiß und zu reich“ seien, um Kommunisten sein zu können und wie zu vermuten ist, waren sie auch zu männlich und haben für den eigenen Unterhalt noch nie einen Finger krumm machen müssen. Ein Vertreter der konservativen Gesellschaft am College – also des früheren Klassenfeindes – meinte gegenüber College Reform, dass „ihre Hauptunterstützergruppe aus weißen Kindern der gehobenen Mittelschicht bestand, die gerne joggen gehen.“

Veni, vidi, fiat lux, sozusagen. Gelobt sei die Selbsterkenntnis!

Leider haben das unsere springerbestiefelten Nesthäkchen noch nicht so ganz begriffen. Und so schlingern sie die 30 Tage zwischen den Überweisungen von Mama und Papa noch immer herum zwischen schlecht durchdachter These, ignorierter Gegenthese und Gender-*-chensynthese.

Aber vielleicht kommt das ja noch. Dann können sie irgendwann mit ihren ehemaligen Gesinnungsgenossen auf der anderen Seite des Teichs gemeinsam die Portfoliotheorie fürs Verwalten des Familienvermögens studieren. Also für jenen Teil des Familienvermögens, der am Ende noch da ist, wenn sie aufwachen.