Ehemaliger Guantanamohäftling finanzierte mit Entschädigungszahlung die Radikalisierung von Jugendlichen

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Harte Strafen für böse Buben (Foto: Durch Lilac Mountain/Shutterstock)

Ein offizieller Bericht der britischen Regierung ergab, dass der mit Steuergeld entschädigte ehemalige Häftling in Guantanamo Bay, Omar Deghayes, das erhaltene Geld an Jugendliche weiterreichte, um deren Radikalisierung zu finanzieren.

Von Ingmar Blessing

Offenbar hat Deghayes jungen Moslems Geld gegeben, die eine Sporteinrichtung besuchten, wo sie „der Radikalisierung ausgeliefert waren“, wie der Daily Telegraph berichtet.

Zwei der Jugendlichen, beides Neffen von Deghayes, wurden später in Syrien bei Kämpfen für eine islamistische Terrorgruppe getötet.

Die Zahlungen kamen im Rahmen eines Berichts ans Licht, der untersuchte, wie es kommen konnte, dass Polizei und Sozialbehörden nicht in der Lage waren, die Jugendlichen von der Reise nach Syrien abzuhalten, wo sie sich als Kämpfer dem islamischen Dschihad anschlossen.

Trotz Warnungen seitens des Deradikalisierungsprogrammes der Regierung und obwohl Polizei und andere behördliche Einrichtungen darüber informiert wurden, dass eine ganze Gruppe Jugendlicher in der von einem Lehrer geleiteten Sporteinrichtung der Radikalisierung ausgesetzt waren, schritt niemand ein, um die Jugendlichen von ihren Reiseplänen abzubringen.

Der ohne Anklage aus Guantanamo entlassene Deghayes nutzte seine Entschädigung dazu, die Jugendlichen dafür zu zahlen, dass sie dort hingehen, wo sie sowohl indoktriniert wurden, als auch eine sportliche Grundausbildung erhielten. Der ehemals für die Überwachung der Terrorgesetzgebung zuständige Lord Carlile sagte laut der britischen Tageszeitung The Telegraph, dass „eine volle Untersuchung notwendig ist, wie das Geld ausgegeben wurde.“

Trotz der nun seit Jahren akuten Radikalisierungs- und Terrorgefahr in Großbritannien und massiv ausgebauter Überwachungsmöglichkeiten für die Sicherheitsorgane, schaffen es die Behörden offenbar noch immer nicht – oder aufgrund der schieren Anzahl nicht mehr – sich bei Verdachtsfällen angemessen abzustimmen, oder auch nur verdächtige Einrichtungen lückenlos zu überwachen und gegebenenfalls einzuschreiten.

Nicht einmal dann, wenn diese sich in einem Verbund befinden, sind die Behörden in der Lage, rechtzeitig eine angemessene Reaktion zu zeigen. Die fragliche Sporteinrichtung etwa, in welche die beiden Jugendlichen gingen, bis sie 2014 nach Syrien reisten, befand sich im Hinterhof einer Moschee in Brighton. Darüber hinaus sind die beiden Jugendlichen vor ihrem Verschwinden wiederholt durch Gewalt und Diebstahl aufgefallen. Sie haben sich extremistisch geäußert. Der die Sporteinrichtung leitende Lehrer meldete die Jugendlichen bei den Terrorabwehrbehörden. Sie waren auch aufgrund des gewalttätigen Vaters dem Jugendamt bekannt. Trotzdem kam ein Bewährungsgremium zum Schluss, dass bei den beiden Jugendlichen „kein Risiko besteht, dass sie in terrorbezogene Aktivitäten hineingezogen werden könnten,“ wie es beim The Telegraph heißt.

Interne Quellen bestätigten gegenüber dem Telegraph, dass es sich bei den Jugendlichen um Abdullah und Jaffar Deghayes handelte und mit der Person „aus dem engeren Familienkreis“ der ehemalige und entschädigte Guantanamohäftling Omar Deghayes gemeint ist.

Deghayes stammt ursprünglich aus Libyen, lebte aber mit britischem Pass in Brighton und erhielt von der britischen Regierung 1 Million Pfund an Entschädigung für seinen Aufenthalt in Guantanamo. Inzwischen kehrte Deghayes wieder nach Libyen zurück.

Im Jahr 2010 zahlte die damalige britische Regierung unter David Cameron insgesamt 20 Millionen Pfund an 17 ehemalige britische Häftlinge, was damals sehr kontrovers aufgenommen wurde, zumal mit dem Konvertiten Ronald Fiddler mindestens ein weiterer dieser ehemaligen Häftlinge erneut terroristisch auffiel. Fiddler, auch bekannt als Jamal al-Harith, schloss sich ebenfalls 2014 dem Islamischen Staat an und sprengte sich dieses Jahr bei einem Selbstmordanschlag gegen die irakische Armee in der Nähe von Mosul in die Luft.

Wie Journalistenwatch berichtete, schlägt in Kanada zur Zeit der Fall des ehemaligen Guantanamohäftlings Omar Khadr hohe Wellen, der von der kanadischen Regierung in einem Vergleich 10,5 Millionen kanadische Dollar zugestanden bekam. Khadr betätigte sich in Afghanistan als Dschihadist und gestand nach seiner Gefangennahme, in einem Gefecht mindestens einen amerikanischen Soldaten getötet zu haben.