Versicherungen für Autos mit elektrischem Antrieb kosten fast 50% mehr!

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Eine teure Angelegenheit: E-Cars... (Bild: JouWatch)

Nachdem sich die britische Regierung dazu entschloss, bis 2040 den Verkauf neuer Autos mit Verbrennungsmotoren zu untersagen, kam heraus, dass Versicherungen für Fahrzeuge mit Elektromotor fast 50 Prozent mehr kosten im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, wie eine Studie von CompareTheMarket.com ergab.

Von Ingmar Blessing

In Großbritannien kostet das Versichern eines Autos pro Jahr durchschnittlich 740 Pfund, während die Versicherung eines Elektroautos im Schnitt mit 1.070 Pfund zu Buche schlägt.

Simon McCulloch von CompareTheMarket meinte dazu, dass „Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb teurer sind, da ihr Produktionsvolumen noch gering ist, es jedoch zu erwarten ist, dass deren Kosten mit dem Ausbau der Produktion und ihrer steigenden Verbreitung sinken werden.“

Wer sich ein Elektroauto kaufen will, der darf laut McCulloch nicht nur auf die Versicherung achten, sondern soll alle laufenden Kosten berücksichtigen, wie etwa für Mautstrecken, für die Batterieladung und Reparaturkosten, was den Nachteil gegenüber Fahrzeugen mit klassischem Motor eventuell ausgleicht.

Mit den im letzten Monat von der Queen angekündigten Maßnahmen zur Umstellung der Fahrzeugflotte in Großbritannien über die kommenden 20 Jahre soll es auch ein neues Gesetz geben für Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb, um die Transformation hin zu einem CO2 armen Transportsystem zu fördern. Beispielsweise soll ein umfassendes Ladestellennetz entstehen. Als Hauptargument neben der Verringerung der CO2 Emissionen wird angeführt, dass die giftigen Abgase von Verbrennungsmotoren jährlich für 23.500 frühzeitige Tote verantwortlich seien, wie es bei The Actuary heisst.

Neben dem mit Hilfe von finanziellen Anreizen ausgeglichenen Nachteil bei den Anschaffungskosten von Elektroautos, dem staatlich finanzierten Aufbau eines Ladeetzes und immer strengeren Emissionsvorschriften für Verbrennungsmotoren, zeigt die Studie laut McCulloch nun auch, dass auch im Bereich der Versicherung ein erheblicher Nachholbedarf für Elektrofahrzeuge besteht. McCulloch meint, dass „die Versicherungskosten vor allem bei Einstiegsmodellen dafür sorgen könnten, dass die Käufer sich lieber für einen Benziner oder Diesel entscheiden.“

Ein kurzer Vergleich bei Check24.de ergab, dass die günstigste Versicherung für einen BMW i3 in Deutschland pro Jahr derzeit 742 Euro kostet. Die günstigste Versicherung für ein BMW 1er Modell mit vergleichbarer Größe kostet 685 Euro. Sie liegt damit preislich in etwa 13 Prozent unter jener für den i3. Versicherungen für den in der Anschaffung mit dem i3 vergleichbare BMW 3er Reihe gibt es ab 786 Euro. Allerdings verfügt die 3er Reihe über ein deutlich größeres Raumangebot und bei weitem bessere Fahrleistungen.

Es sind aber nicht nur die Bereiche der Anschaffung, Fahrleistung, Zuverlässigkeit und Versicherung, in denen Elektroautos im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotor deutlich schlechter abschneiden. Aufgrund der in Elektroautos verbauten giftigen Materialien können Brände von Elektroautos äußerst gefährlich sein. Dies gilt vor allem dann, wenn der Brand sich in einer Garage mit Zugang zum Wohnhaus ereignet.

Daneben weisen Elektroautos im Vergleich zu klassischen Autos aufgrund der für die Batterien notwendigen Materialien und deren Herstellung auch eine deutlich schlechtere Öko- und CO2-Bilanz auf. Dazu zeigte das Handelsblatt kürzlich, dass auch deren Restwert deutlich geringer ist im Vergleich zu Autos mit konventionellem Antrieb. Während Elektroautos nach wenigen Jahren bereits „Restwerte des Grauens“ aufweisen wie das Handelsblatt meinte, so leben Autos mit Verbrennungsmotor nach ihrer Ausmusterung in Europa meist noch ein Jahrzehnt lang in Osteuropa oder Afrika weiter.

Bis Elektroautos in allen relevanten Bereichen bezüglich Kosten, Leistung und Umweltbilanz mithalten können wird es noch einige Jahrzehnte dauern und den Steuerzahler erwartbar etliche Milliarden kosten.