„Ey, Du Nazi… „

Was im Sprachgebrauch zwischen Deutschen und Türken bereits im täglichen Umgang Normalität ist, nämlich Beleidigungen und Verunglimpfungen, ist nun auch bei Politikern angekommen. Nur, dass es heute auf Empörung stößt. Warum eigentlich?
Von Thomas Heck

 Wenn Frau Merkel als Nazi beschimpft wird, ist die Aufregung groß. Warum? Weil sie die Kanzlerin ist? Ich höre das täglich im Straßenverkehr, als eloquenten Austausch von Freundlichkeiten bei der Parkplatzsuche, beim Kopfschütteln angesichts üblicher anatolisch-orientalischer Fahrweisen im Berliner Berufsverkehr oder wenn man trotz grüner Fußgängerampel beinahe vom 3er-BMW mit türkischem, nervtötendem Gedudel vom pickligen 18jährigen drogenausliefernden Fahrer totgefahren wird. „Ey, Du Nazis“ schallt es mehrfach täglich quer über die Straße. Da muss man schon froh sein, dass man nicht „gemessert“ wird. Richtig genießen kann man das eigentlich nur im türkischen Original. Eine wundervolle Sprache:

AŞAĞILIK HERIF

KADIN CINSEL ORGANI , AMCIK, AM

KALTAK, KAHPE, SÜRTÜK, ŞILLIK

OROSPU ÇOCUĞU

Neben weiteren grimmepreisverdächtigen Freundlichkeiten im Stile von „Isch figg Deine Mudda“, „Hurensohn“, „Schwuchtel“ oder „Isch mach Dich Krankenhaus, Du Opfer“, auch vorgetragen aus türkischem Kindermunde, ist „Du Nazi“ noch die normale Variante. Super, dass dieser elaborierte Sprachcode nun auch die Politiker erreicht hat, die doch selten Berührung mit dem Volke haben und meinen 100% auf dem Parteitag seien das Wahlergebnis bei der nächsten Bundestagswahl oder durch abgelehntes Händeschütteln in ihrer Ehre gekränkt sind. Wer beschimpft wird, der lebt. Also stellt Euch Oberpfeifen nicht so an, Ihr Scheiß-Nazis…

http://heckticker.blogspot.de

Foto: Collage