Martin Schulz – ein selbsternannter Heilsbringer im Machttaumel

Der Prediger für noch mehr EU – Martin Schulz – ist neuer SPD-Chef und wurde mit einem historischen Ergebnis auf einem Sonderparteitag zum neuen Vorsitzenden der Partei und somit auch zum Kanzlerkandidaten gekürt. Von 608 abgegebenen Wahlzetteln waren 3 ungültig. Alle anderen Delegierten stimmten für Schulz. 1948 war Kurt Schumacher mit 99,7 % zum Parteivorsitzenden gewählt worden, Schulz zog mit 100 % an ihm vorbei. Zum Vergleich: 2015 war Sigmar Gabriel mit 74,27 % gewählt worden, Gerhard Schröder hatte 75,98 % erzielt. Das schlechteste Ergebnis erreichte Oskar Lafontaine mit 62,5 %, als er gegen Rudolf Scharping antrat.

Von Renate Sandvoß

Nun wird Martin Schulz´  Begeisterung für und über sich selbst keine Grenzen mehr kennen und er läuft Gefahr, sich wieder einer mehrmonatigen Therapie wegen Selbstüberschätzung unterziehen zu müssen. Aber ich denke, dass ihm in Anbetracht der möglichen Kanzlerschaft jegliche Selbsteinschätzung abhanden gekommen ist. Seine grenzenlose Eigenliebe, sein Machtgehabe und seine Wichtigtuerei sind unerträglich, sein ständig erklärter Führungsanspruch wirkt lächerlich. Was ist es also, was die SPD zum Durchstarten motiviert und in den  Bürgern Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufkeimen läßt?

Ich denke, in erster Linie gibt es dafür einen Grund: man weiß nicht so viel über ihn, seine in hohem Maße vorhandenen Unzulänglichkeiten sind in Deutschland nicht so bekannt. Schließlich hat er über 20 Jahre seines Politikerlebens in Brüssel verbracht. Wie man hört, gibt es dort nicht wenige Kollegen, die froh sind, ihn los zu sein. Schulz produzierte neben einem höchst ruppigen und herablassenden Umgang mit den Abgeordneten und Mitarbeitern auch  höchst brisante Gesetze, die deutlich zum Nachteil Deutschlands gelangten. Man denke nur an die berüchtigten „Eurobonds“, also gemeinsame Staatsanleihen starker und schwacher EU-Länder, gegen die sich Deutschland stets mit Vehemenz wehrte. Unter dem harmlosen Namen „Schuldentilgungsfonds“ versuchte Martin Schulz uns diesen Vertrag unterzujubeln. Wenn ihm bereits damals das Schicksal Deutschlands völlig egal war, warum sollte er plötzlich umdenken? Er ist ein EU-Bürokrat, den man nicht mit einem Europäer verwechseln sollte. Deutschland interessiert den „Sonnenkönig“ nur dann, wenn es Posten zu vergeben gibt, die ihn an die umjubelte Spitze des Staates katapultieren könnten. Da wird der kleine, unscheinbare Mann dann plötzlich ganz umtriebig und reist quer durch die Lande, um sich überall anzubiedern.

Da er sich an den ihn begleitenden Enthusiasmus bereits gewöhnt hat, fühlt er sich durchaus berufen, sein Publikum anzufeuern, wenn die Huldigungen nicht lautstark genug klingen. Als Schulz vor wenigen Tagen in Würzburg vor die Menge trat, forderte er die Zauderer mit Nachdruck auf, seinen Vornamen laut zu rufen. Das Publikum sollte sich ein Foto mit ihm durch den Jubel „verdienen“. Bei dem Sonderparteitag in Berlin wurden im Foyer des Willy-Brandt-Hauses die Wahlkampfwerbemittel für die neue Nr. 1 angepriesen: 2,50 € kostete der Baumwollbeutel mit der Aufschrift „London, New York, Paris, Würselen“, 2,15 € das Schlüsselband mit dem Slogan „Ich bin ein Schulz-Anhänger“ und 49,90 € der Pappaufsteller mit dem Heilsbringer in Lebensgröße.  Kurz bevor Martin Schulz unter lautstarkem Gejubel in den Saal zog, spielte die Parteiregie „Nur noch kurz die Welt retten“ von Tim Bendzko.  So etwas fällt wohl eindeutig unter die Rubrik Größenwahn.

Das einzige, was Martin Schulz bisher gerettet hat, ist er selbst. Schulz mag einmal vor langer Zeit ein Mann aus dem Volke gewesen zu sein, doch er ist es schon lange nicht mehr. Der Finanzspezialist Jürgen Fritz von der MLP Corporate University in The European schrieb am 17.2.2017: „Martin Schulz verdiente in den letzten 5 Jahren mehr als Angela Merkel, mehr als Gerhard Schröder, als Helmut Kohl, als Helmut Schmidt, als Willy Brandt usw. Doch auch das reichte ihm noch nicht. Schulz kassierte 280 000 € netto im Jahr.“ Zusätzlich zum Grundgehalt über 99 000 €brutto jährlich, der allgemeinen Kostenpauschale über 51 000 € jährlich (steuerfrei), der Residenzzulage von etwa 44 000 € jährlich (steuerfrei) und der Repräsentationszulage über 17 000 € jährlich erhielt er ab 2012 auch noch eine Sitzungspauschale von 304 € pro Tag. Diese Sitzungspauschale erhielt er als Präsident des Europäischen Parlaments im Gegensatz zu den normalen Abgeordneten nicht nur an den tatsächlichen Sitzungstagen, an denen er teilgenommen hat, sondern JEDEN Tag. Und das nicht nur an den gewöhnlichen Arbeitstagen, sondern auch am Wochenende, an den Feiertagen und auch wenn er krank oder im Urlaub war. Martin Schulz bekam die Sitzungspauschale also an 365 Tagen im Jahr.

Das ergibt einen weiteren Betrag in Höhe von 111 000 € im Jahr – steuerfrei.“Das Millionenvermögen von Martin Schulz kommt nicht aus einer erfolgreichen Arbeit als Unternehmer oder von einem Lottogewinn, sondern von den europäischen Steuerzahlern, insbesondere von den deutschen Steuerzahlern, die er zusammen mit den Grünen und Linken – darauf deute vieles hin – zukünftig noch mehr schröpfen möchte“, kritisierte Fritz zurecht. Als Journalisten der ARD-Sendung „Report Mainz“ Schulz im Jahr 2014 auf die Sitzungsgelder ansprachen und fragten:“Bekommen Sie es oder  nicht?“ antwortete Schulz deutlich und barsch mit einem klaren „Nein“. Ist so ein Mann vertrauenswürdig? Diese Report-Mainz-Sendung ist noch bei You Tube zu sehen.

Martin Schulz kündigte an, in den nächsten Monaten bis zur Kanzlerwahl quer durch Deutschland zu reisen und sich in Gesprächen mit den Bürgern über ihre Sorgen und Nöte zu informieren. Ist es wirklich glaubhaft, dass ein Mann, der täglich 767,- € verdient – auch ohne einen einzigen Handschlag  tun zu müssen, Verständnis für die Probleme der einfachen Bürger aufbringen kann? Aus dem berechnenden Eurokraten soll über Nacht ein warmherziger und verständnisvoller „Volksversteher“ geworden sein? Dass ich nicht lache…. Er nennt die AfD eine „Schande für Deutschland“. Allein aus diesen Worten kann man ablesen, dass er keinerlei Demokratieverständnis hat. Seine Aufgabe ist es, die AfD im Ruhrgebiet klein zu halten. Nur deshalb verkündet er überall seine haltlosen Versprechen, für deren Einhaltung er zur Zeit noch keine Lösung parat hat. Er möchte die Bildung gebührenfrei halten. Wie, erklärt er nicht. Auch verkündet er, dass Kunst und Kultur zu unserer Gesellschaft gehören. Meint er damit auch das „Islamistendenkmal“ – die 3 Busse in Dresden? Auch möchte er sich besonders für die Familie einsetzen. Für welche denn? Für die derjenigen, die hier schon länger leben oder für die der Dazugekommenen? Erdogan verkündete erst vor Kurzem, dass er den in Deutschland lebenden Türken rät, statt nur 3 Kinder 5 Kinder zu bekommen. Ist das zum Wohle des Deutschen Volkes? Wie soll denn der Einsatz für Familien aussehen, Herr Schulz?

Der gerade erst aus Brüssel zugezogene Eurokrat Schulz repräsentiert den Vertreter einer Elite. Haben die Deutschen wirklich fast alle den Verstand verloren, dass sie diesen „Windbeutel“ als neuen Heilsbringer ansehen? Er darf im Herbst genausowenig Bundeskanzler werden, wie Angela Merkel. Martin Schulz liebt nur sich, die Macht, das Bad in der jubelnden Menge – und sonst gar nichts. Das werden eines Tages auch seine Wähler schmerzhaft feststellen müssen.

P.S. Die Biographie von Martin Schulz wurde heute  um 17.00 Uhr von Wikipedia von allen „Unebenheiten“ bereinigt, negative Eintragungen einfach gestrichen…

Foto: Collage