Trump und die Wahrheit über die Lügenpresse: „Ihr wisst, dass ihr unehrlich seid“

„Ich will ein gutes Verhältnis zur Presse. Aber die Presse muss ehrlich sein. Die Öffentlichkeit, die Bürger, sie glauben Euch nicht mehr. Wenn Ihr ehrlich wärt und die Wahrheit sagen würdet, wäre ich Euer größter Fan. Ich habe kein Problem mit negativen Geschichten über mich. Aber wenn man euch anguckt, CNN – da jagt eine negative Geschichte die nächste. Ich hab nun mal die Wahl gewonnen. Findet Euch damit ab.“

Das war der Höhepunkt von Donald Trumps Pressekonferenz im Weißen Haus gestern, am 16.2., die er überraschend von seinem Pressesprecher Sean Spicer übernommen hatte. Trump war in erster Linie bemüht, die Leistungen seiner Regierung im ersten Monat hervorzuheben und der Kritik zum Problemthemen zu entgegnen – der aufgehobene Einreisestopp für Terrorstaaten, die Enthüllungen zu Ex-Sicherheitsberater Mike Flynn und die hartnäckigen Gerüchte zu Russenhacks. Gleichzeitig prangerte er Sabotageversuche der Demokraten im Kongress an, die immer noch nicht über sein ganzes Kabinett abgestimmt haben. Insgesamt ein recht normaler Prozess für jede neue Regierung, die neu im Amt ist: Kritik begegnen, das Positive betonen. (Hier die PK im Wortlaut.)

Von Collin McMahon

Der bemerkenswerteste Austausch fand jedoch zum Thema „Fake News“ und „Lügenpresse“ statt, als Trump den CNN-Reporter Jim Acosta für dessen negative Berichterstattung anging: „Ich habe nichts gegen negative Berichte, solange sie wahr sind. Aber ich habe ein Problem damit, wenn es fake ist. Ich werde Fehler machen und Ihr werdet darüber schreiben, und das ist OK. Aber wenn ich CNN gucke, da ist soviel Wut und Hass dabei, das kann ich mir gar nicht mehr angucken. … Ich meine, Ihr seid sogar unbeliebter als die Politiker im Kongress. Die Leute vertrauen Euch einfach nicht mehr.“

Wie um Trumps Presseschelte zu belegen, titelt heute die ehemals konservative DIE WELT, „Trumps Selbstenthüllungen sind schockierend.“ Schockierend war die ganze Pressekonferenz vermutlich nur für einen Vertreter der extrem voreingenommenen Systempresse, die sich nun für ihre fortgesetzten Unwahrheiten vom mächtigsten Mann der Welt zur Rechenschaft gezogen sieht.

Die WELT beginnt und endet den Text mit dem Holzhammer, in dem sie den bekannten Trump-Kritiker Shepard Smith von Fox News mit der Aussage zitiert „Es ist verrückt, was wir jeden Tag beobachten, es ist absolut verrückt.“ Die zum republikanischen Establishment zählende Fox News und ihre (Ex-)Stars wie Megyn Kelly haben seit einem Jahr durchgehend sehr kritisch zum Parteirebellen Trump berichtet. Dass die WELT in Fox also einen „der letzten medialen Verbündeten des Regenten im Weißen Haus“ entdeckt, ist an grotesker Fake News kaum zu toppen.

„WOVON!? REDET!? DIESER PRÄSIDENT!?“ echauffiert sich DIE WELT in einer Kindersprache, die darauf schließen lässt, dass der Reporter Ansgar Graw etwas weniger twittern und etwas mehr den Wortlaut der Pressekonferenz hören sollte. Die „psychologischen Selbstenthüllungen“ dieses Präsidenten seien „schockierend, weil da einer zeigte, dass er immun ist gegen die Bürde und die Würde eines Amtes.“ Schockierend kann man höchstens die „Selbstenthüllungen“ einer ehemals objektiven Systempresse finden, die angesichts des Lügenpressevorwurfs nur weitere Lügen und Diffamierungen auftischen kann.

Jake Turx vom jüdischen Ami Magazine fragte Trump nach einer Zunahme in antisemitischen Vorfällen in den USA seit Trumps Wahl, woraufhin Trump verärgert darauf hinwies, dass der Israelische Premier Benjamin Netajahu ihn diese Woche als „der größte Freund Israels und des jüdischen Volkes“ bezeichnet hat. Trumps Tochter Ivanka, sein Schwiegersohn Jared Kushner und die Enkelkinder sind Juden, fast alle seiner Kinder haben jüdische Partner. Aber wenn Trump die Frage beantwortet mit „Ich bin die am wenigsten antisemitische Person, die Sie in ihrem ganzen Leben gesehen haben“, ist das für DIE WELT nur „daher geschwätzt“. Man fragt sich, wie viele seiner Lieblingstöchter sich zum Judentum bekehren müssen, bis die WELT ihm das glaubt. Turx hat seitdem ausdrücklich klargestellt, dass er Trump nicht als Antisemiten darstellen wollte: „Ich verstehe, dass ihn das wütend macht.“

Als die schwarze Journalistin April Ryan von American Urban Radio Networks fragte, ob er sich mit dem – überwiegend oppositionellen – Schwarzenausschuss im Kongress treffen würde, bot er ihr kurzerhand an, das Treffen in die Wege zu leiten. „Kennen Sie sie? Rufen Sie sie an. Ich würde liebend gerne den Schwarzenausschuss treffen.“ Auch hierin sah Ansgar Graw von DIE WELT irgendwie einen Skandal: „Zu einer solchen Kontaktanbahnung ist das Weiße Haus nicht selbst in der Lage?“ Nein, Trump wollte nur die Suggestivfrage der Aktivistenjournalistin umkehren, die impliziere, er habe kein Interesse an der schwarzen Lobby im Kongress. Im Gegenteil versuche Trump seit Wochen einen Termin mit dem Black Caucus-Vorsitzenden und Abgeordneten Elijah Cummings auszumachen, doch dieser werde – vielleicht von den Demokraten im Kongress – verhindert. Ansgar Graw, der 2014 in Ferguson, Missouri schon wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt verhaftet wurde, scheint diesen Hintergrund aber gar nicht zu kennen.

Trump verwies stolz darauf, dass er laut einer neuen Umfrage von Rasmussen 55% Zustimmung genießt. Er habe mit seinen 306 Stimmen im Electoral College (270 benötigt) einen Sensationssieg errungen, die die meisten Umfragen und Vorhersagen (wie auch das ARD-Wahlstudio) nie erwartet habe: „Es war wohl der größte Sieg im Electoral College seit Ronald Reagan.“

Erwischt! DIE WELT und US-Medien wiesen prompt darauf hin, dass Trumps Ergebnis im Electoral College in keinster Weise besser war als Obama (2008: 365 Delegierte; 2012: 332 Delegierte), Bill Clinton (1996: 379 Delegierte) oder George Bush Sr. (1988: 426 Delegierte). Die Welt behauptet dabei aber kurzerhand, Trump glaube er habe „den größten Vorsprung seit Ronald Reagan“ erzielt. Etwas, dass er überhaupt nicht gesagt hat. Und dass Trumps Sieg eine Sensation war, kann niemand ehrlich anzweifeln.

Die Lügenpresse verteidigt sich also mit weiteren Lügen. Für die WELT sind Trumps Kritiken an der Systempresse nur “Merkwürdigkeiten“, die er der Presse „zuruft“. Im O-Ton klingt Trump jedoch eher einleuchtend statt merkwürdig:

„Ich finde (die Berichterstattung) erstaunlich. Ihr (Medien) würdet euch einen Gefallen tun, einfach mal die Wahrheit zu berichten. Die Bürger verstehen das. Auf meinen Veranstaltungen buhen die Leute, wenn sie CNN sehen und wollen ihre Pappschilder auf sie werfen. Seht Euch einfach mal Eure Sendungen an. Wenn es da ein Gast wagt, etwas Positives über mich zu sagen, wird er fertiggemacht. Sie werden diese Pressekonferenz auch auseinandernehmen. Es macht mir sogar Spaß heute. Auf diese Art habe ich die Wahl gewonnen. Ich habe Reden und Pressekonferenzen gehalten, fast jeden Tag. Ich habe sicher nicht gewonnen, weil die Leute auf euch Medien gehört haben. Es macht mir Spaß hier, aber morgen wird die Presse sagen, ‚Donald Trump rast und geifert gegen die Presse’. Ich rase und geifere nicht. Ich sage es Euch nur. Ihr wisst, dass Ihr unehrlich seid – aber ich werde nicht rasen und geifern. Ich liebe das hier. Ich mache es gerne aber morgen wird die Schlagzeile sein: ‚Donald Trump rast und geifert’. Das ist aber nicht wahr.“

Und was war die Botschaft heute in der ehemals konservativen DIE WELT? „Donald Trump rast und geifert.“ Die Ironie scheint ihnen dabei gar nicht aufzufallen.

Um es mit Andrew Breitbart zu sagen, dem 2012 verstorbenen Begründer von Breitbart.com und Vordenker der Trump-Kampagne: Die Tage der Mainstream Medien sind gezählt. Sie sterben aus, weil sie unser Land hassen und alles wofür es steht. Und dann beklagen sie sich, dass keiner mehr ihr Produkt kaufen will, und behaupten, es liege an ihrem Geschäftsmodell, das sie im Stich gelassen habe. Nachricht an die Mainstream Medien: Es liegt nicht an Eurem Geschäftsmodell. Es liegt an Euch. Ihr seid einfach Scheiße.“

Liebe WELT, denkt mal drüber nach.

Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti„) und Übersetzer („Gregs Tagebuch„). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump.

 

 

 

 

 

2 KOMMENTARE

  1. Super, Leute. Die Drecksbande Clinton/Soros/ Obama/Merkel/Timmermans/Sutherland sehen ihre Felle davonschwimmen. Rette DEutschland und rette Europa und pass auf Dich auf, Donald, sonst versucht das Pack Dich zu beseitigen wie Kennedy.

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