Höcke und die Selbstzerlegung der AfD

Irgendwie war klar, daß es so oder so ähnlich kommen mußte. Gewisse Kräfte würden es auf keinen Fall zulassen, daß die AfD bis zur Bundestagswahl Monat um Monat weiter erstarkt. Dies wäre angesichts des anhaltenden Zuwanderungswahnsinns und des erneuten offenkundigen Einknickens von Horst Seehofer ein kaum aufzuhaltendes natürliches Ereignis gewesen. Wahlerfolge um die 50% und über 50% für die AfD wären nicht utopisch gewesen, wie verschiedene online-Befragungen seit mehr als einem Jahr mit Regelmäßigkeit zeigen.

Von Pastor Jakob Tscharntke

Wenn, ja wenn die AfD nicht selbst alles tun würde, um genau das zu verhindern. Mit Regelmäßigkeit werden interne Angelegenheiten in unerbittlicher Härte nach außen getragen. Streit wird kreiert, wo ernsthafte Gründe dafür fehlen. Die AfD in Baden-Württemberg wurde so gespalten. Interne Richtungskämpfe bedrohen die Partei und fügen ihr ein Vielfaches dessen an Schaden zu, was der AfD von außen je angetan werden könnte.

Ein Paradebeispiel bietet das nun von gewissen Kräften in der AfD betriebene Parteiausschlußverfahren gegen Björn Höcke. Dabei wird man sagen müssen: Höcke repräsentiert mit seiner national-konservativen und zugleich sozialen Haltung das, was die AfD schlechthin ausmacht. Er steht wie vielleicht kein zweiter in der AfD dafür, daß die AfD am Ende nicht doch nur eine CDU 2.0 wird. Aber es gibt Kräfte, die anscheinend genau das wollen und denen steht Höcke im Weg.

Unsäglich, wenn Frauke Petry öffentlich verkündet, die Rede von Höcke habe die Grenzen des demokratisch Erträglichen überschritten. Soweit ich die Rede Höckes zur Kenntnis genommen habe, hat sie dies definitiv nicht. Es sei denn, ich hätte Wesentliches überlesen, was ich bis zum Erweis des Gegenteils bezweifle. Es geht Petry und ihren Anhängern tatsächlich also um die Zerlegung Höckes und die Zerlegung der AfD schlechthin. Anders kann ich das Reden und Tun von Petry und ihren Anhängern nicht interpretieren.

Vielleicht ist sogar einkalkuliert, daß Petry dabei irreparablen Schaden in der AfD nimmt. Mit ihrem neuen Ehemann Pretzell sind ihre politischen Optionen ohnehin stark begrenzt. Vielleicht wird Petry bewußt geopfert um Alice Weidel noch weiter an ihrer Stelle noch oben zu katapultieren. So hätte ein gewisser Flügel in der AfD vielleicht zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Höcke und die eigentliche AfD weitgehend zerstört und unter Alice Weidel das ursprüngliche Ziel der AfD-Gründung erreicht: eine CDU 2.0!

Leider kann man Björn Höcke aus einer wesentlichen Mitverantwortung für diese Ereignisse nicht entlassen. Seine Rede war wohl völlig im Rahmen des demokratisch Zulässigen (s.o.). Dennoch war sie, vorsichtig gesagt: „ungeschickt“. Ich persönlich würde sogar sagen: Sie war saudumm! Höcke-Anhänger in der AfD mögen mir diesen klaren Ausdruck nicht übel nehmen.

Höcke ist doch ein halbwegs vermünftiger Mensch!? Als solcher muß er doch wissen, daß im Bild gesprochen, hunderte wenn nicht tausende Scharf- und Heckenschützen um ihn her auf Lauer liegen und nur darauf warten, daß er durch eine ungeschickte Formulierung Anlaß bietet, ihn nach allen Regeln medialer Diffamierung abzuschießen und öffentlich abzuschlachten. Und dann bietet Höcke mit seiner Rede ohne jede sachliche Not mehr als genug der gewünschten Reizworte. Da fange ich mich an zu fragen: fehlt Herrn Höcke so vollständig jedes Fingerspitzengefühl (und Gerhard Wisnewski, der nach meinen Informationen die Höcke-Rede geschrieben haben soll)?

Oder ist Herr Höcke von gewissen Kräften in der AfD installiert, um an der richtigen Stelle durch geschickt ungeschickt platzierte dumme Sprüche in regelmäßigen Abständen das gewünschte Explosions- und Zerstörungspotential in die AfD hineinzutragen? Vielleicht ein total absurder Gedanke. Wie dem auch sei: Herrn Höcke ist meines Erachtens dringend zu raten, daß er für eine gewisse Zeit in die zweite Reihe der AfD zurücktritt und seine Position einem Mann mit echter AfD-Überzeugung aber der nötigen Portion Weisheit und Fingerspitzengefühl überläßt.

Wir brauchen eine echte AfD als derzeit einzige Alternative zu den Systemparteien, die unser Volk und Vaterland in nie dagewesener Weise zerstören, unbedingt. Eine AfD als CDU 2.0 brauchen wir so wenig wie einen Kropf oder ein Magengeschwür.

Deshalb laßt uns beten, daß die AfD aus der aktuellen Krise gereinigt und gestärkt als echte AfD, als echte Alternative für Deutschland, hervorgeht. In einer Stärke und inhaltlichen Klarheit, daß sie die unser Vaterland zerstörenden Systemparteien das Fürchten lehrt.

Angesichts der gewaltigen Kräfte des Bösen, die sich erkennbar gegen unser Volk, und anscheinend auch gegen ganz Europa, verbündet haben und auch in der AfD ihr zerstörerisches Werk treiben, wird dies allerdings ohne die Hilfe des allmächtigen Gottes unmöglich gelingen. Das Gebet um und das Vertrauen auf seine Hilfe muß deshalb für uns alle an oberster Stelle stehen.

Foto: Collage