Palästinensischer Christ: „Obama ist der spirituelle Vater des IS“

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Von Marilla Slominski

Seit 40 Jahren ist Samir Qumsieh einer der mutigsten christlichen Köpfe des Nahen Ostens. Er ist einer der wenigen, die ihr Leben riskieren und ihre Stimme gegen die Christenverfolgung durch die Moslems in den palästinensischen Gebieten erheben.

Er selbst stammt aus einer angesehenen christlichen Familie in Bet Sahour, einer Stadt in der Nähe von Betlehem.

Jetzt hat er in einem Interview mit dem Gatestone Institute schwere Vorwürfe gegen den noch amtierenden US-Präsidenten Obama erhoben.

Wie beurteilen Sie die Rolle der Obama-Regierung im Kampf gegen den IS als prominenter, palästinensischer Christ?

Präsident Obama ist der geistige Vater des IS. Seine Regierung und er haben nie ernsthaft den IS bekämpft. Das ist das, was ich mittlerweile denke, und viele Fakten untermauern das. Als er merkte, dass das ans Licht kommt, fing er an zu handeln, aber halbherzig. Er hat ein Kopfgeld auf den IS-Führer Abu Baker Al-Baghdadi angesetzt und uns erzählt, er bekämpfe jetzt den IS.

Wie erklären Sie sich die Weigerung Obamas den Begriff „radikaler Islam“ zu verwenden?

Wenn Sie mich fragen, ich habe Zweifel daran, dass Obama ein Christ ist. Das bezweifle ich wirklich. Unter seiner Amtszeit wurde der IS groß und die Christen haben schwer zu leiden. Lassen Sie mich eine Frage stellen. Was ist der IS? Warum ist es nicht möglich, die Welt zu mobilisieren und ihn auszulöschen? Warum war es möglich, mit einer starken Armee einen Mann wie Saddam Hussein zu stürzen und warum aber existiert der IS immer noch?

Glauben Sie, dass der zukünftige Präsident Trump eine andere Gangart gegenüber dem IS einlegen wird?

Auf jeden Fall. Er wird den IS auslöschen. Hätte Hillary Clinton gewonnen, wäre der IS weitergewachsen und erstarkt. In meinen Augen ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan der „Vater“ des IS und Clinton seine „Mutter“.

Hat Obama Ihrer Meinung nach etwas dafür getan, um den Christen im Nahen Osten zu helfen?

Er hat gar nichts getan. Der Kampf gegen den IS wird nicht ernsthaft geführt und das trifft die Christen sehr hart.

Ist Ihnen bekannt, dass palästinensische, moslemische Geistliche gegen Christen Stimmung machen?

Ja. Erst am vergangenen Freitag hat einer der Scheichs gegen die Christen gepredigt. Er sagte, die moslemische Jugend solle nicht den Christen nacheifern und ihnen auch nicht Frohe Weihnachten wünschen. Er sagte auch, Moslems sollen mit Christen keine Geschäfte machen.

Macht sie sich Sorgen über die sinkende Zahl der Christen in der West Bank und im Gaza Streifen?

Einst lebten allein im Gaza Streifen 5000 Christen. Seit die Hamas den Gaza Streifen 2006 übernommen sind es immer weniger geworden. Heute leben dort nur noch 1100. Insgesamt gibt es hier in der West Bank noch ungefähr 42 000 Christen. Durch Abwanderung und niedrige Geburtenrate werden es immer weniger…  In den 1950er Jahre waren noch 86 Prozent der Bevölkerung in Bethlehem christlichen Glaubens. Wenn man sich die Fakten nüchtern betrachtet, kann man sagen, es gibt für Christen im Nahen Osten keine Zukunft mehr. Ich habe Angst vor dem Tag, an dem unsere Kirchen zu Museen werden. Das ist ein mein persönlicher Albtraum.

Foto: Felikshttps://commons.wikimedia.org/wiki/File:Palestinian_Government_Bureau,_Betlehem.jpg

Das ganze Interview können Sie hier finden

https://www.gatestoneinstitute.org/9634/palestinian-christians